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AlixPartners Ausblick Autostudie 2015: Neue Konsolidierungswelle kommt

Redakteur: Christian Otto

Das Wachstum der weltweiten Automärkte lässt nach – davon betroffen sind auch Umsätze und Gewinne. Doch das Auto der Zukunft und seine Geschäftsmodelle erfordern hohe Investitionen. In einer Studie betrachtet die Unternehmensberatung AlixPartners die Zusammenhänge.

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Volumenhersteller wie Fiat müssen laut AlixPartners neue Wege finden, um ein ausreichendes Investitionsvolumen für die Entwicklung des Autos der Zukunft zu generieren.
Volumenhersteller wie Fiat müssen laut AlixPartners neue Wege finden, um ein ausreichendes Investitionsvolumen für die Entwicklung des Autos der Zukunft zu generieren.
(Foto: Fiat)

Laut der internationalen Unternehmensberatung AlixPartners muss sich die globale Autoindustrie in den nächsten fünf Jahren auf ein verlangsamtes Marktwachstum einstellen: Es soll von durchschnittlich 3,1 Prozent pro Jahr (2007 bis 2014) auf durchschnittlich 2,6 Prozent zwischen 2015 und 2021 sinken. In dieser Zeit müsse die Industrie laut der Berater zusätzliche Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe aufbringen. Denn die großen Zukunftsthemen im Auto heißen „connected“, autonom, „shared“ und elektrifiziert (im Englischen mit C.A.S.E. abgekürzt).

Um diese Aufgaben zu bewältigen, reiche die Ertragskraft einiger Unternehmen der Automobilindustrie laut AlixPartners nicht aus; dies gelte vor allem für einige Volumenhersteller. Daher erwartet man in den nächsten Jahren eine Reihe von Allianzen und Zusammenschlüssen in der Automobilindustrie, um die nötigen Investitionen in C.A.S.E.-Technologien und -Kompetenzen zu stemmen. Darauf weist AlixPartners mit ihrer aktuellen Studie „C.A.S.E. – Car of the future: The AlixPartners Global Automotive Outlook 2015“ hin.

„Wir erwarten eine deutliche Konsolidierungswelle und neue Partnerschaften in der Autoindustrie“, sagt der Autoindustrie-Experte Stefano Aversa, Vice-Chairman bei AlixPartners. „Wahrscheinlich beginnt es mit einem Zusammenschluss zweier Automobilhersteller. Aber der Trend wird auch die Zulieferer-Landschaft erfassen, und es wird zu Markteintritten von Technologie-Unternehmen kommen.“

Wachstum geht zurück

Das jährliche Wachstum des weltweiten Automobilmarkts wird sich laut der Erhebung in den nächsten sieben Jahren voraussichtlich auf durchschnittlich 2,6 Prozent pro Jahr reduzieren. Zum Vergleich: Zwischen 2007 und 2014 betrug das jährliche Wachstum noch 3,1 Prozent. Die BRIC-Staaten, der automobile Wachstumsmotor in den vergangenen zehn Jahren, entwickeln sich demnach derzeit sehr unterschiedlich: Während Brasilien und vor allem Russland stark schwächeln könnte Indien in der Zukunft neue Potenziale bieten.

China bleibt hingegen der Haupttreiber des Wachstums: zwar langsamer, aber immer noch stabil. In den letzten sieben Jahren ist der Automobilabsatz um 16 Millionen Einheiten gewachsen; davon wurden 15 Millionen in China verkauft. In den nächsten sieben Jahren werden es 9 von 19 Millionen sein. Während die chinesische Wirtschaft um 6,8 Prozent pro Jahr wächst, erwarten die AlixPartners-Experten bei den Autoverkäufen ein jährliches Wachstum von nur 4,1 Prozent. Das reduzierte Wachstum erhöht den Preisdruck im chinesischen Automobilmarkt und drückt auf die Margen.

Die Fahrzeugnachfrage in der sogenannten Triade aus Europa, Nordamerika und Japan ist mit einem prognostizierten jährlichen Wachstum von knapp 1 Prozent bis 2021 gesättigt. In Nordamerika erreicht der US-Auto-Boom der vergangenen Jahre seinen Höhepunkt voraussichtlich im Jahr 2016 und geht danach zurück. In Japan und Korea schrumpft der Markt weiter um durchschnittlich zwei Prozent im Jahr. Der europäische Markt hingegen erholt sich laut AlixPartners-Studie von seiner Krise und erreicht in den Jahren bis 2020 jährliche Wachstumsraten von 2,2 Prozent – vorausgesetzt die politische und ökonomische Situation in Russland stabilisiert sich.

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