E-Mobilität Bundesverband stellt Antrag auf Insolvenz

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

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Die Elektromobilität kommt nicht so recht voran. Umso wichtiger wäre eine kraftvolle Interessenbündelung. Der dafür gegründete Bundesverband hat nun allerdings kein Geld mehr. Warum, ist vorerst unklar.

Klappe zu, Verband tot: Der Bundesverband Elektromobilität (BEM) ist insolvent.(Bild:  Grimm – VCG)
Klappe zu, Verband tot: Der Bundesverband Elektromobilität (BEM) ist insolvent.
(Bild: Grimm – VCG)

Der Bundesverband Elektromobilität (BEM) hat kein Geld mehr. Laut einer am vergangenen Freitag, 23. Mai, veröffentlichten Meldung im Insolvenzregister stellte der Verband, der sich nach eigener Aussage dafür einsetzt, die Mobilität auf Basis erneuerbarer Energien auf Elektromobilität umzustellen, den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das Gericht den Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht Joachim Voigt-Salus von der gleichnamigen Berliner Kanzlei berufen (Az: 3610 IN 3190/25).

Zu den Hintergründen der Insolvenz wurde zunächst nichts offiziell bekannt. Bislang gibt es keine Stellungnahmen vom Bundesverband selbst oder vom Insolvenzverwalter. Laut der Tageszeitung „Welt“, die als erste von der Pleite berichtete, wollte BEM-Vorstand Markus Emmert auf Anfrage den Vorgang nicht kommentieren. Er führt die Geschäfte des Verbands zusammen mit Christian Heep. Im April 2024 war der Verbandsgründer Kurt Sigl ausgeschieden. Sein Abgang hatte Spannungen im BEM offengelegt.

Glaubt man diversen Hinweisen und Aussagen im Netz, waren der offiziell einvernehmlich erfolgten Trennung diverse Streitigkeiten zwischen Sigl und seinen Mit-Vorständen Emmert und Heep vorausgegangen. Von gegenseitigen Klagen ist in Online-Beiträgen die Rede sowie von Forderungen nach einer personellen Neubesetzung des gesamten Vorstands. Unter anderem soll es neben inhaltlichen Differenzen zur Ausrichtung des Verbands auch um die Finanzen gegangen sein. Die jetzige Lage der Finanzen zu ermitteln, ist nun eine wesentliche Aufgabe des Insolvenzverwalters.

Einheit ist vorerst gescheitert

„Es ist unverzichtbar, sich gemeinsam und verstärkt den Herausforderungen der E-Mobilität zu stellen, um einen nachhaltigen Aufschwung im gesamten Marktumfeld zu sichern“, wird BEM-Vorstand Heep auf der Webseite des Verbands zitiert. Dieser Appell scheint im Inneren zuletzt nicht mehr gefruchtet zu haben.

Der BEM wurde im Jahr 2009 gegründet. Er vertritt nach eigener Darstellung 450 Unternehmen und sonstige Mitglieder, die zusammen für ein Umsatzvolumen von mehr als 100 Milliarden Euro und einer Million Mitarbeiter weltweit stehen. Dazu gehören Auto- und Zweiradhersteller ebenso wie Zulieferer, E-Bike-Shops und Ladesäulenhersteller, Energieversorger, Betreiber von Ladeinfrastruktur und Messegesellschaften. Der BEM hat zudem einen parlamentarischen Beirat, in dem sich Bundestags- und Europaparlamentsabgeordnete zusammengefunden haben.

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