Neue Modelle Cadillac Lyriq: Elektrischer Neustart in Deutschland

Aktualisiert am 23.10.2024 Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die US-Edelmarke Cadillac ist zurück. Das Modell Lyriq wirkt unaufdringlich statt protzig. Der E-Antrieb verströmt Gelassenheit, das Interieur ein wenig Luxus.

Cadillac startet neu in Deutschland – als Elektromarke mit dem neuen Modell Lyriq.(Bild:  Cadillac/Weigl)
Cadillac startet neu in Deutschland – als Elektromarke mit dem neuen Modell Lyriq.
(Bild: Cadillac/Weigl)

Die US-Pemiummarke Cadillac ist zurück in Deutschland. Eigentlich zur Unzeit: Nach dem plötzlichen Ende der Elektroprämie im Dezember 2023 stehen sich derzeit die E-Autos die Reifen platt, die Hersteller werden sie nur mit hohen Rabatten los. Doch Cadillacs Marketingchef für Europa, Jean-Pierre Diernaz, gibt sich gelassen: „Entgegen dem stagnierenden Trend bei E-Autos sind die Zuwächse bei elektrifizierten Premium- und Luxus-SUV bemerkenswert. Die kaufkräftige Kundschaft ist weniger preissensibel und im Bereich E-Autos auch eher bereit für einen Markenwechsel.“

Gerade wegen ihres traditionsreichen Namens erhoffen sich die Amerikaner Vorteile im Wettbewerb. Ihr Deutschland-Debüt gibt die Marke jetzt mit dem Cadillac Lyriq, einem breitschultrigen Fünf-Meter-SUV zu Preisen ab 80.500 Euro.

Großzügig Platz – zu Lasten des Kofferaums

Bei Optik und Praktikabilität gelingt Cadillac der Sprung in die Neuzeit. Der Lyriq ist länger und niedriger als ein Porsche Cayenne und kommt mit einem Radstand von fast 3,10 Meter. Das ist auf dem Niveau einer stattlichen Chauffeurs-Limousine und lässt dem Caddy innen und außen Raum für Eigenständigkeit. Die langgezogene Karosserie verleiht dem US-Modell trotz seiner massigen Präsenz eine schlanke Sportlichkeit. Auffallend sind die markanten Leuchten an der wuchtigen Front und auch am Heck, die hier extravagant bis zum Dach reichen.

Der Spagat zwischen Tradition und Moderne gelingt noch besser im Innenraum. Cadillac integriert viele haptische Bedienelemente, ohne den Digitalfokus zu verlieren. Das erleichtert die Bedienung und stellt eine ansprechende Balance zwischen Hightech und klassischem amerikanischen Luxus her. Glänzende Metallteile mischen sich mit offenporigem Holz an den Türverkleidungen und der Mittelkonsole. Ein großes Ablagefach auf dem Boden zwischen Fahrer und Beifahrer ist für einen geschmackvollen Akzent mit hellblauem Leder ausgekleidet. Während sich die Insassen nicht über Platzmangel beschweren können, ist der Laderaum mit rund 590 Litern nicht so großzügig geschnitten wie in anderen SUVs, zudem verzichtet Cadillac auf einen Frunk.

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Kaum aufpreispflichtige Extras

Denkbar einfach gestaltet ist dagegen die Ausstattungsliste. Den Lyriq gibt es ausschließlich in den beiden gleichteuren Linien Luxury und Sport, mit optischen Unterschieden bei den Zierleisten, am Kühlergrill und dem Design der 21-Zoll-Felgen. Zudem stehen zwei Interieur-Varianten mit hellbraunem oder grauem Nappaleder zur Wahl, die mit dunklen Echtholzeinlagen in der Mittelkonsole kombiniert werden. Einzige aufpreispflichtig Extras sind ausgewählte Lackierungen sowie ein Dachträgersystem.

Sonst ist alles an Bord, was man sich bei einem Premiumfahrzeug auch erwartet: Im Mittelpunkt steht das imposante 33-Zoll-LED-Display, das sich im Bogen über einen Großteil des Armaturenbretts erstreckt. Für den Audiogenuss sorgt ein hochwertiges AKG-Soundsystem mit 19 Lautsprechern, inklusive Kopfstützenlautsprecher. Hinzu kommen elektrisch verstellbare Nappaleder-Sitze mit Heiz- und Belüftungsfunktion sowie Massagefunktion für die Vordersitze ein 360-Grad-Kamerasystem, adaptivem Tempomat und diversen Warnsystemen. Einzig schwierig in diesem Segment: Ein Head-up-Display ist nicht zu haben.

Wahlfreiheit gibt es auch beim Antrieb nicht. Jeder Lyriq basiert auf der hauseigenen Ultium-Plattform von General Motors und ist mit einem 102-kWh-Batteriepaket ausgestattet. Es gibt ihn ausschließlich als Allrad mit Doppelmotor und einer Gesamtleistung von 388 kW sowie 610 Nm Drehmoment. Die braucht es allemal, um die 2,8 Tonnen in sportlichen 5,3 Sekunden von 0 auf Tempo 100 und bis maximal 210 km/h zu wuchten. Die Reichweite wird mit 530 Kilometern, die maximale Ladeleistung mit maximal 190 kW angegeben. So wird in zehn Minuten Energie für bis zu 120 Kilometer geladen.

Ausrichtung auf gelassenen Luxus

Keine dieser Kennzahlen zählt zu den Topwerten der Branche. Doch die Art und Weise, wie der Lyriq diese Leistung einsetzt, wirkt weicher und gelassener als beim Gros der Konkurrenz. Er zielt auf Luxus ab, nicht auf Leistung. Denn das Fahrzeug ist sehr gut gedämmt und bietet einen angenehm niedrigen Geräuschpegel im Innenraum. Die aktive Geräuschunterdrückung eliminiert zusätzlich unerwünschte Frequenzen, selbst Reifenabrollgeräusche werden unterdrückt.

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Als interessante Alternative für den bereits gut abgestimmten Ein-Pedal-Modus erweist sich eine linksseitig positionierte Lenkradwippe. Durch dosiertes Ziehen wird die Rekuperation aktiviert, wodurch das Fahrzeug unterschiedlich stark verzögert, ohne die mechanische Bremse zu betätigen. Das funktioniert erstaunlich präzise und erhöht die Energieeffizienz, insbesondere wenn das One-Pedal deaktiviert ist.

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