CCeV CFK Recycling in Forschung und Praxis
Seit Februar 2011 betreibt die Karl Meyer AG in Wischhafen die erste Recyclinganlage für CFK-Abfälle. Gleichzeitig untersuchte die bifa Umweltinstitut GmbH Möglichkeiten für die Carbonfaserrückgewinnung aus Verbünden in einer Anlage nahe Augsburg. Im Arbeitskreis „Umweltaspekte“ des Carbon Composites e.V. tauschen sich beide Akteure aus.
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Im Norden Deutschlands investierte die Karl Meyer Gruppe mehr als fünf Millionen Euro in ein CFK Recycling Center, das durch die 100-prozentige Tochterunternehmung CFK Valley Stade Recycling GmbH & Co. KG betrieben wird. Rund 1,7 Millionen Euro steuerte das Land Niedersachsen aus Landes- und EU-Mitteln hierfür bei. „Wir haben es geschafft, einen energieeffizienten und emissionsreduzierten Prozess zu entwickeln, der die gesetzlichen Anforderungen deutlich unterschreitet und damit einen 100-prozentigen stofflichen Recyclingprozess abbildet. Damit leisten wir einen nachhaltigen Beitrag zur Ressourcenschonung“, erklärt Tim Rademacker, Geschäftsführer der CFK Valley Stade Recycling GmbH & Co. KG.
Der Prozess der Carbonfaser-Rückgewinnung ist ein optimiertes, weiterentwickeltes und mehrstufiges Pyrolyseverfahren, welches sämtliche CFK-Materialien wertbeständig recycelt. Zurückgewonnen wird eine qualitativ hochwertige Carbon-Kurzfaser, deren Zugfestigkeitseigenschaften denen einer Neufaser entsprechen. Die recycelten Carbon-Kurzfasern werden typischerweise in der Leichtbauindustrie als Verstärkungskomponente in Kunststoffteilen oder bei Spritzgussanwendungen eingesetzt. Die Produkte erreichen dabei eine hohe Qualität, so dass sich neue Anwendungsfelder auch außerhalb der Leichtbauindustrie eröffnen. Zum Beispiel erzielen in Gehäusebauteilen elektrischer Geräte eingesetzte Carbon-Kurzfasern eine höhere Leitfähigkeit. Auch im Maschinenbau und in der Automobilindustrie erhofft sich das Unternehmen viele neue Anwendungsmöglichkeiten.
Die CFK Valley Stade Recycling GmbH & Co. KG hat das rohstoffeffiziente Verfahren entwickelt und deren Schwestergesellschaft carboNXT GmbH vermarktet die CFK-Recyclingprodukte international.
Recyclingbedarf auch im Süden erkannt
Auch im Süden der Republik erkannte man, dass der steigende Anteil von kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen (CFK) aus unterschiedlichen Industriezweigen zukünftig zu immer mehr CFK-Abfällen führt. Hochwertiges stoffliches Recycling ist aber nur dann ökoeffizient, wenn aus den Recyclingfasern wieder hochwertige und marktfähige Produkte hergestellt werden können. Da die Entwicklung marktfähiger Recyclingprodukte für derart komplexe Werkstoffe durchaus ein Jahrzehnt betragen kann, wird sie bereits jetzt parallel zum eigentlichen Recyclingprozess angegangen. Denn die hochwertige Schließung des Stoffkreislaufes ermöglicht es erst, die Verbundwerkstoffe mittel- und langfristig in breiten Anwendungsbereichen zu etablieren. „Im Rahmen der gemeinsamen Arbeit im CCeV bringen wir hier unsere Erfahrungen ein,“ so Tim Rademacker, „damit kann ein Teil der Entwicklungszeit im Süden Deutschlands eingespart werden und die Kapazitätserweiterung für das CFK-Recycling kann schneller durchgeführt werden.“
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