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CCeV als Bindeglied
Den großen Bogen zwischen Nord und Süd spannt die Arbeitsgruppe „Umweltaspekte“ des Carbon Composites e.V. (CCeV). Sie beschäftigt sich seit dem Frühjahr 2011 mit dem Recycling von CFK. Ein weiteres Thema sind aussagefähige LCA´s (Lebenszyklusanalysen) für CFK-Werkstoffe beziehungsweise entsprechende Werkstoffkombinationen, z.B. mit Stahl, Aluminium bzw. Titan, die es dem Anwender ermöglichen, sich für den ökologisch und ökonomisch sinnvollsten Werkstoff zu entscheiden. Hierfür wurde die Projektgruppe LCA etabliert.
Abgesehen von den beiden bereits genannten Themenkreisen Recycling und LCA greift die AG Umweltaspekte ein Thema auf, das nur in enger Zusammenarbeit mit Forschung und Industrie (Carbonfaser- und Harzhersteller, Halbzeughersteller, Weiterverarbeiter) bearbeitet werden kann: Es müssen mittel- bis langfristig Wege aufgezeigt werden, den noch sehr hohen Ressourcen- und Energiebedarf von der Precursor- über die Carbonfaserherstellung bis hin zum einsatzfähigen Werkstück drastisch zu senken.

Regionaler Bedarf steht vorerst im Fokus
Die in der Nähe von Augsburg betriebene Müllpyrolyseanlage Burgau ist die einzige großtechnische Pyrolyse für Siedlungsabfälle in Deutschland. In einer vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit finanzierten Studie wurden seit November 2010 die konkreten Umsetzungsmöglichkeiten für die Carbonfaserrückgewinnung aus Verbünden mittels großtechnischer Pyrolyse untersucht. Zuerst wurde hierzu eine Entwicklungsstudie durchgeführt, die die Möglichkeiten zur Modifikation der Hausmüllpyrolyseanlage in Burgau zum Recycling von CFK sowie strategische Lösungsansätze zur Entwicklung eines CFK-Recyclingzentrums untersuchen sollte. Die Projektarbeiten nehmen zunächst auf den regionalen Bedarf Bezug. Ein späterer europaweiter Ansatz erfolgt im Rahmen einer weiteren Projektausbaustufe. Mit dem bifa Umweltinstitut in Augsburg beteiligt sich eine auf die Entwicklung und großtechnische Umsetzung von Recyclingverfahren spezialisierte Einrichtung.
Die Prozessentwicklung zielt vor allem darauf ab, eine hohe Produktqualität und relevante Durchsätze von „verbrauchten“ Verbundwerkstoffen zu erreichen. Als erstes sind die wesentlichen Randbedingungen und Industrieanforderungen für eine ressourcenschonende und sparsame CFK-Recyclingprozesskette zu analysieren. Derzeit ermitteln die Verantwortlichen über eine Unternehmensbefragung sowie eine statistische Erhebung die Bereitschaft und die Konditionen der Unternehmen für den Einsatz von Recyclingwaren.
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