Effizienz in F&E Wie deutsche Autohersteller ihre Entwicklungszeit halbieren können

Von Sven Prawitz 5 min Lesedauer

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„China Speed“ gegen deutsche Gründlichkeit: Eine Bain-Studie zeigt, wie Start-ups mit weniger Varianten und flexiblen Prozessen die traditionelle Autoindustrie herausfordern. VW behauptet: Wir halten mit.

Der AUDI E5 Sportback soll in nur 18 Monaten entstanden sein und kann damit mit der Entwicklungszeit der neuen Autohersteller mithalten.(Bild:  Audi)
Der AUDI E5 Sportback soll in nur 18 Monaten entstanden sein und kann damit mit der Entwicklungszeit der neuen Autohersteller mithalten.
(Bild: Audi)

Die chinesischen Autohersteller haben der Welt bewiesen, dass sie konkurrenzfähige Fahrzeuge anbieten können. Sie lernen nicht nur schnell, sondern bringen ihre Modelle zügig auf den Markt. Den Begriff „China Speed“ können manche hierzulande vielleicht nicht mehr hören. Dennoch hat Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn in seinem Vortrag auf dem VDA Mobility Innovation Summit genau hier seinen Schwerpunkt gesetzt.

Heyn ging auf die aus seiner Sicht wichtigsten Unterschiede zwischen der traditionellen Arbeitsweise – hier betrachtete er die europäischen OEMs – und dem aktuellen Benchmark – chinesische E-Auto-Start-ups – ein. Während in der Automobilindustrie bewährte Spezifikationen und Prozesse hochgehalten werden sowie ein Abarbeiten des V-Modells und ein Null-Fehler-SOP angestrebt werden, sind die neuen Autohersteller deutlich risikofreudiger, beobachtet Heyn. Minimale Anforderungen und gemeinschaftliche Entwicklungsarbeit (mit Risikoteilung) sind für ihn heute der Benchmark für kürzere Entwicklungszyklen. Heyn sprach von 24 bis 30 Monaten für die Fahrzeugentwicklung – im Gegensatz zu 42 bis 63 Monate bei traditionellen OEMs.