Stahlproduktion Abschied vom Hochofen

Von Gerald Scheffels 4 min Lesedauer

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Es gibt einige Möglichkeiten, um den CO2-Footprint von Stahl zu senken – und sie werden schon rege genutzt. Ab 2026 werden erste Direktreduktionsanlagen die Stahlerzeugung transformieren.

Bei der Stahlproduktion aus Stahlschrott im Elektro-Lichtbogenofen entstehen rund 80 Prozent weniger CO2-Emissionen als bei vergleichbarem Stahl aus dem Hochofen.(Bild:  Saarstahl)
Bei der Stahlproduktion aus Stahlschrott im Elektro-Lichtbogenofen entstehen rund 80 Prozent weniger CO2-Emissionen als bei vergleichbarem Stahl aus dem Hochofen.
(Bild: Saarstahl)

Was zurzeit in der Stahlindustrie geschieht, ist mit den Begriff Transformation zutreffend beschrieben. Hochöfen werden durch Direktreduktionsanlagen ersetzt, viele Milliarden Euro investiert. Statt Kokskohle kommt künftig Wasserstoff als Reduktionsmittel zum Einsatz, und im hohen Norden betritt sogar ein neuer Hersteller von „grünem“ Stahl für die Automobilindustrie den Markt.

Stahlsorten mit geringerem CO2-Footprint

Zunächst die Fakten zum Stand der Dinge. Die Stahlindustrie steht für 28 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland, Hauptverursacher ist die Verbrennung von Koks. Viele Hersteller und Verarbeiter haben bereits Stahlsorten mit verringertem CO2-Footprint vorgestellt. Einige – zum Beispiel Benteler, Georgsmarienhütte und Saarstahl Ascoval – setzen dabei auf recycelten Stahl-schrott aus dem Elektro-Lichtbogenofen (EAF). Bei seiner Erzeugung entstehen rund 80 Prozent weniger CO2-Emissionen als bei vergleichbarem Stahl aus dem Hochofen.