Anbieter zum Thema
Vor allem für kleinvolumige Ottomotoren
Chancen sieht Handtmann für seinen Spirallader als alleiniges Aufladesystem vor allem bei kleinvolumigen Ottomotoren. Denn hier könnte er dank des Drehmomentvorteils im Drehzahlkeller der unheilvollen Allianz aus „Turboloch“ und fehlendem Hubraum kräftig einheizen. Allerdings ist die Turbo-Fraktion nicht untätig und bietet in Gestalt des Newcomers Continental mit einem speziell für kleine Motoren konstruierten Turbolader für den Dreizylinder-Ottomotor von Ford bereits eine hochgelobte Lösung an. Und klassische Turbo-Wettbewerber wie Borg Warner, Garrett, IHI, Mitsubishi oder der andere Newcomer Bosch Mahle Turbo Systems dürften diesen Wachstumsmarkt kaum links liegen lassen.
Ebenso wenig wie Eaton, die für ihren mechanischen Kompressor ebenfalls bei kleinen Ottomotoren Chancen wittern. Ein Exemplar von Eaton treibt beispielsweise im Nissan Micra einen Dreizylinder-Ottomotor mit 1,2 Liter Hubraum an und beherrscht – wie der Handtmann-Lader – auch den Trick mit der Abkoppelung in Niedriglast-Phasen.
Emissionsoptimierung beim Dieselmotor
Ähnlich drangvolle Enge dürfte sich im Segment der aufgeladenen kleinen Dieselmotoren ergeben – so sie denn durch das „Wiedererstarken“ des Ottomotors nicht vom Markt gefegt werden. Hier steht für Handtmann aber weniger das Downspeeding im Vordergrund, sondern die Emissionsoptimierung. Die Oberschwaben betreiben einen kleinen Diesel-Versuchsmotor, bei dem der Spirallader erstens hohe Druckverhältnisse bei niedrigen Drehzahlen erzeugt, zweitens eine hohe AGR-Rate und drittens die konsequente Entdrosselung der Abgasstrecke ermöglicht. Auf diese Weise seien, so Handtmann, im Vergleich zu einem Dieselmotor mit Abgasturbolader bei niedrigen Drehzahlen deutlich geringere Stickoxid- und Partikelemissionen möglich, insbesondere bei Beschleunigungsphasen.
Doppelte Aufladung
Weitere Prüfstandstests und Versuchsfahrten auf der Straße hat Handtmann mit doppelt aufgeladenen Motoren absolviert. Dabei erzeugte der Spirallader bei niedrigen Drehzahlen den Ladedruck. Erst danach übernahm ein Turbolader. Diese dem VW Twincharger ähnliche Applikation soll laut Handtmann mit 1,4 Litern Hubraum 170 kW/231 PS Leistung und 365 Newtonmeter Drehmoment entwickeln. Im Vergleich zu einer Kompressor-Turbolader-Kombination sei vor allem bei niedrigen Drehzahlen das Leistungs- und Drehmomentverhalten besser, bei deutlich geringerem Kraftstoffverbrauch. Externe Entwicklungspartner hätten die Fahrbarkeit des Versuchsträgers gelobt. Seine Fahrleistungen liegen nach Angaben von Handtmann etwa auf dem Niveau eines 2-Liter-Turbomotors.
(ID:34580100)