Sicherheitstechnik Spieglein, Spieglein – weg mit dir

Von Malika Matkarimova 3 min Lesedauer

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Conti präsentierte auf der Messe IAA Transportation erstmals seinen digitalen Außenspiegel. Mit seinem modularen Design bietet das System flexible Konfigurationsmöglichkeiten für unterschiedliche Nutzfahrzeuge – auch zum Nachrüsten.

Der Außenspiegel lässt sich in die Kabine verschiedener  Fahrzeugtypen von Lkw, Bussen oder Off-Highway-Fahrzeugen eingebauen.(Bild:  Continental)
Der Außenspiegel lässt sich in die Kabine verschiedener Fahrzeugtypen von Lkw, Bussen oder Off-Highway-Fahrzeugen eingebauen.
(Bild: Continental)

Jeder, der regelmäßig mit Nutzfahrzeugen arbeitet, kennt die typischen Herausforderungen, die mit herkömmlichen Außenspiegeln einhergehen. Eingeschränkte Sichtverhältnisse, blockierte Sichtfelder und tote Winkel stellen nicht nur ein Sicherheitsrisiko für Fahrer dar, sondern können auch den Wartungsaufwand in Werkstätten erhöhen. Darüber hinaus führen hohe Geräuschpegel und schlechtere Aerodynamik oft zu einem gesteigerten Kraftstoffverbrauch.

Die Anfälligkeit für Schäden durch Schläge und Stöße sowie die damit verbundenen Wartungskosten sind zusätzliche Aspekte, die sowohl Fahrzeughalter als auch Werkstätten gut kennen. Vor diesem Hintergrund hat Continental auf der Messe IAA Transportation seinen digitalen Außenspiegel Proviu Mirror vorgestellt, der genau diese Schwachstellen adressiert.

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Kamera mit drei Megapixel

Das digitale Sichtsystem, das sowohl als Erstausrüstungs- als auch als Nachrüstungslösung erhältlich ist, bietet eine präzise Echtzeit-Ansicht des Fahrzeugumfelds. Die Kameras basieren auf der LVDS-Technik (Low Voltage Differential Signaling), die laut Conti eine Bildfrequenz von 60 Bildern pro Sekunde liefert. Dabei beträgt die Bildlatenz weniger als 80 Millisekunden – deutlich schneller als die von der UN-ECE-Regelung Nr. 46 vorgeschriebenen Werte von 30 Bildern pro Sekunde und einer Bildlatenz von 200 Millisekunden.

Durch eine Drei-Megapixel-Auflösung ist die Kamera flexibel einsetzbar und kann an verschiedene Fahrzeugtypen angepasst werden. Zudem bietet das erweiterte Sichtfeld den Fahrern die Möglichkeit, die Einstellungen individuell zu justieren und gleichzeitig die gesetzlichen Vorschriften einzuhalten.

Die Displays, die das Kamerabild darstellen, sind in verschiedenen Größen (10,0, 12,3 oder 14,5 Zoll) und Auflösungen erhältlich. Mit einer Helligkeit von mindestens 800 Cd/m und einem Kontrastverhältnis von 1.000:1 können die Anzeigegeräte eine klare Sicht auch bei schwierigen Lichtverhältnissen gewährleisten. Durch die kompakte Bauweise und die flexible Spannungsversorgung (9 bis 32 Volt) lässt sich das digitale Spiegelersatzsystem in eine Vielzahl von Nutzfahrzeugen integrieren. Besonders für Werkstätten und Autohäuser relevant: Conti stellt ein Konfigurationstool zur Verfügung, das die Installation des Systems erleichtert und es auf die jeweiligen Fahrbedingungen abstimmt. Dies bietet Flexibilität bei der Anpassung an verschiedene Fahrzeugtypen.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Das modulare System des digitalen Spiegels bietet eine hohe Flexibilität und zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten für verschiedene Nutzfahrzeuge. Durch die Verwendung der gleichen Hard- und Software für unterschiedliche Anwendungen sollen für OEMs keine zusätzlichen F&E-Kosten entstehen und Nachrüstkunden von einer kostengünstigen Plattform profitieren. Das System kann je nach Spiegelklasse und spezifischen Anforderungen individuell angepasst werden. Folgende Pakete sind möglich:

  • Spiegelklassen II/IV: je eine Kamera auf jeder Fahrzeugseite; zwei Monitore innen
  • Spiegelklassen II/IV/V: eine Kamera auf der linken, zwei Kameras auf der rechten Fahrzeugseite; drei Monitore innen mit einem zusätzlichen Monitor für Spiegelklasse V
  • Spiegelklassen II/IV/V/VI – Option A: eine Kamera auf der linken, zwei Kameras auf der rechten Fahrzeugseite und eine Kamera vorne; drei Monitore innen, wobei der zusätzliche Monitor die Klassen V und VI auf einem geteilten Bildschirm abbildet
  • Spiegelklassen II/IV/V/VI – Option B: eine Kamera auf der linken Seite, zwei Kameras auf der rechten Fahrzeugseite und eine Kamera vorne; vier Monitore innen mit je einem zusätzlichen Monitor für die Klassen V und VI

Zusätzliche Fahrerassistenzfunktionen

Das digitale Spiegelsystem bietet mehrere Funktionen, die es von herkömmlichen Außenspiegeln und anderen kamerabasierten Sichtsystemen abheben. Die Starvis-Technik passt die Helligkeit des Displays automatisch an die Umgebungslichtverhältnisse an. Dies ist besonders praktisch bei schlechtem Wetter und in der Nacht, wenn die Sicht ohnehin gering ist.

Ein starkes Licht oder Hintergrundbeleuchtung kann den Fahrer blenden, hierfür soll die HDR-Technologie sorgen, dass sowohl helle als auch dunkle Bildbereiche gut sichtbar bleiben, ohne dass wichtige Details verloren gehen. Zusätzlich reduziert die Funktion LFM (LED Flicker Management) das Flimmern von LEDs und sorgt für ein klares Bild. Die Kameramodule sind außerdem mit einer integrierten Linsenheizung ausgestattet, die die Auswirkungen von Regen, Eis und Schnee verringert.

Die hohe Bildfrequenz des Systems ermöglicht es, über die integrierte CAN-Schnittstelle zusätzliche Funktionen für Assistenzsysteme (ADAS) einzubinden. Beispielsweise erweitert der Parkassistent das Sichtfeld, sobald ein Rückwärtssignal empfangen wird, und fügt Parkhilfslinien hinzu, um das Einparken zu erleichtern. Der Abbiegeassistent vergrößert das Sichtfeld auf der Seite, in die der Fahrer abbiegen möchte, sobald der Blinker aktiviert wird, und schaltet den Kamerablinker ein. Zudem besteht die Möglichkeit, Warnmeldungen des BSIS (Blind Spot Information System) an das digitale Spiegelsystem zu übermitteln und anzuzeigen.

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