Halbleiter Der wahre Grund für den Chipmangel in der Autoindustrie

Von Sebastian Gerstl

Die Chiphersteller hätten 2020 überwiegend von Automotive-ICs auf andere Produkte umgestellt. Analysen von IC Insights zeigen nun: 2021 hat die Automobilindustrie so viele Chips wie nie zuvor erhalten.

Blick in die Halbleiterfabrik von Bosch in Dresden.
Blick in die Halbleiterfabrik von Bosch in Dresden.
(Bild: Bosch)

2021 machten erstmals Nachrichten die Runde, dass vor allem die Automobilindustrie einen Mangel an Halbleitern beklagt, der die weitere Produktion ausbremst. Diese Schlagzeilen haben sich bis ins laufende Jahr 2022 fortgesetzt. In der Anfangsphase der Covid-19-Pandemie, brach nicht nur die Nachfrage nach neuen Automobilen ein. Die Chiphersteller wichen auf die gestiegenen Bedarfe nach Mobiltelefonen, Fernsehern, Desktop- und Laptop-Computern, Spielkonsolen und Haushaltsgeräten aus – der Tenor hinter den meisten dieser Meldungen.

Eine Analyse des Automotive-Chip-Marktes der vergangenen Jahre kommt allerdings zu einer anderen Schlussfolgerung. Im ersten Update zum diesjährigen McClean-Report zeigen die Marktbeobachter von IC Insights auf, dass das Volumen an ausgelieferten Chips an die Automobilindustrie 2020 stabil geblieben ist. Der eigentliche Grund für den Halbleitermangel im Automobilbereich liege vielmehr an einer sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach Automobil-ICs im Jahr 2021 – und nicht in der Unfähigkeit der Halbleiterlieferanten, die Produktion hochzufahren bzw. wieder auf Automotive-ICs umzustellen.