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Deutschland braucht eine integrierte Zell- und Batteriesystemproduktion
Nach Ansicht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) braucht Deutschland eine integrierte Zell- und Batteriesystemproduktion, um das Ziel der Leitanbieterschaft zu erreichen. Johnson Controls investiert daher in Hannover in eine vollautomatische Montagelinie. Die zusammengesetzten Module enthalten die Systemkomponenten für die Energiespeicherung, wie Speicherzellen, das elektrische Kollektorsystem, die Überwachungselektronik, das Kühlsystem und die jeweilige mechanische Befestigung. „Wir wollen erproben, wie man auf solch einer Produktionslinie effizient und automatisiert Batteriemodule bauen kann“, erklärt Suckow.
Für die Umsetzung von Schaufenstern zur Batterieforschung hat die NPE mehr als 60 Millionen Euro bereitgestellt, allein für die Prozesstechnologie zur Massenfertigung von Lithium-Ionen-Batterien 417 Millionen Euro. Das Schaufenster in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg soll auch international die Elektromobilität sichtbar machen. Beteiligt sind in 37 Projekten mehr als 200 Partner aus der Automobil- und Energiebranche, darunter Volkswagen, Johnson Controls und Continental.
Warnung vor Überhitzung zwischen den Jahren 2014 und 2017
Die Strategen von Roland Berger warnen auch vor einer Überhitzung zwischen den Jahren 2014 und 2017 in den USA und Japan. Gerade in den USA hat die Regierung viele Batteriehersteller mit hohen Summen gefördert. „Wir können in unserem Werk in Milwaukee die Kapazitäten flexibel ausbauen“, sagt Stefan Suckow. Dabei liege die Obergrenze bei 15 Millionen Akkus jährlich. Um allerdings ein Geschäft mit Akkus zu machen, müsse man sein Geld vorsichtig einsetzen.
Aktuell arbeiten viele Unternehmen daran, Lithium-Ionen-Batterien erschwinglicher zu machen. Die NPE sieht bis 2020 einen Batteriepreis von 250 bis 300 Euro je kWh Ladekapazität; VW geht schon im Jahre 2015 von 100 Euro je kWh aus. Batterieexperte Stefan Suckow kalkuliert derzeit mit etwa 700 Euro je kWh: „Wir rechnen in den nächsten zehn Jahren höchstens mit einer Halbierung des Preises.“ Eine vorsichtige Prognose, denn der Preis für beispielsweise Lithium-Ionen-Laptopzellen ist seit 1992 um mehr als 80 Prozent gesunken. Rosige Aussichten für den Massenmarkt Elektroauto – wenn diese Entwicklung übertragbar wäre.
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