ECE-Regelungen Dynamisches Kurvenlicht kommt 2003

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Bald lässt Hella seine Scheinwerfer schwenken. Bereits jetzt hat der Lichtspezialist den ersten Serienscheinwerfer mit statischem Kurvenlicht für den Audi A8 entwickelt.

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Mit Veröffentlichung der geänderten ECE-Regelungen R48 und R98 für Scheinwerfer und deren Anbau zwischen Januar und März 2003 wird das dynamische Kurvenlicht auf europäischen Straßen zugelassen sein. Darauf weist Lichtspezialist Hella hin. Der Kfz-Beleuchtungshersteller hat bereits den ersten Serienscheinwerfer mit statischem Kurvenlicht für den Audi A8 entwickelt.

Im nächsten Schritt folgen dynamische Kurvenscheinwerfer-Systeme auf Basis von schwenkbaren Projektionsmodulen unter anderem für Mercedes-Benz und Opel. Damit lässt sich die Reichweite des Abblendlichts in Kurven um fast 50 Prozent steigern. Die Hella-Experten gehen davon aus, dass sich das Kurvenlicht als Maßnahme zur Verbesserung der Verkehrssicherheit ähnlich wie das vor zehn Jahren erstmalig in Deutschland eingeführte Xenonlicht in allen Fahrzeugkategorien weltweit schnell durchsetzen wird.

Speziell in sehr engen Kurven, Serpentinen, Kreuzungen und bei Rangiervorgängen fehlen dem Autofahrer Informationen aus dem direkten Seitenbereich vor seinem Fahrzeug. In diesen Situationen wird dem Abblendlicht ein statisches Kurvenlicht zugeschaltet. Der neue Audi A8 ist das weltweit erste Fahrzeug mit solch einem statischen Kurven- oder Abbiegelicht. Die weltweit erste Typprüfung dieses Systems wurde möglich durch die Anordnung des Abbiegelicht-Reflektors direkt am Abblendlicht. Das statische Kurvenlicht wird dem Abblendlicht automatisch und abhängig von der Geschwindigkeit hinzugeschaltet, wenn der Fahrer den Blinker zwecks Abbiegen betätigt (nicht beim Spurwechsel) oder durch enge Kurven fährt. Dazu wertet ein Steuergerät die Parameter Geschwindigkeit, Lenkwinkel und Blinksignal aus. Um den Komfort dieser Lichtfunktion zu erhöhen, geschieht das Ein- und Ausschalten nicht schlagartig, sondern durch Auf- und Abdimmen der Systeme nach speziellen zeitlichen Parametern. Hierbei fließt die Fahrzeuggeschwindigkeit mit ein und verhindert das unbeabsichtigte Zuschalten bei höheren Geschwindigkeiten.

Das dynamische Kurvenlicht, wie es ab Frühjahr 2003 auf die Straße kommt, wird realisiert durch Schwenken des Abblendlichts in Abhängigkeit zu dem gerade durchfahrenen Kurvenradius. Hierzu wird der Projektionsscheinwerfer in einen Rahmen eingebaut, der um die vertikale Achse drehbar ist. Der Schwenkwinkel im Bereich von plus/minus 15 Grad ist für Kurvenradien bis etwa 200 Meter ausgelegt. Für größere (etwa auf Autobahnen) oder kleinere Kurvenradien (etwa auf Landstraßen) bietet es sich an, das dynamische Kurvenlicht durch ein zusätzliches statisches Kurvenlicht zu unterstützen.

Das Hella-Konzept für dynamische Kurvenscheinwerfer basiert auf einem modularen Baukastensystem, das eine sehr große Produktvielfalt ermöglicht. Die Variationsbreite reicht von einem schwenkenden Halogen-Modul über ein schwenkendes Xenon- oder Bi-Xenon-Modul bis hin zu einem schwenkenden Vario-Xenon-Modul. Das Vario-Xenon-Modul ist in der Lage, mehrere Lichtverteilungen aus dem gleichen Modul zu erzeugen. Damit ist eine Technik verfügbar, die bereits jetzt die Anforderungen der Gesetzgebung für das intelligente Scheinwerfersystem (AFS = Adaptive Frontlighting System) der Zukunft erfüllt und mit dessen Einführung ab dem Jahr 2005 zu rechnen ist.