E-Call Notruf ins Nichts

Von Clemens Gleich 7 min Lesedauer

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Die Telekom hat angekündigt, das GSM-Netz (2G) ab 2028 abzuschalten, Vodafone will schrittweise bis 2030 folgen. Dann steht die Sicherheitsfunktion für viele ältere Bestandsfahrzeuge nicht mehr zur Verfügung.

Ein Druck auf den E-Call-Schalter ruft zuverlässig  die Rettungskräfte herbei – bislang. Doch bei älteren Fahrzeugen funktioniert das bald nicht mehr.(Bild:  Mercedes-Benz)
Ein Druck auf den E-Call-Schalter ruft zuverlässig die Rettungskräfte herbei – bislang. Doch bei älteren Fahrzeugen funktioniert das bald nicht mehr.
(Bild: Mercedes-Benz)

Alles hat ein Ende. Diesmal betrifft es das 2G-Mobilfunknetz, also die Dienste GSM (Sprache, SMS), GPRS (Daten bis 54 kBit/s) und Edge (Daten bis 256 kBit/s). Von den drei 2G-Anbietern in Deutschland will die Telekom 2028 Schluss machen; Vodafone fängt dieses Jahr mit dem Rückbau an, der „schrittweise“ bis 2030 dauern soll. Nur Telefonica hat sich noch nicht offiziell geäußert. Obwohl die Technik nun bald 35 Jahre alt ist, findet sie in den Randbereichen einfacher Technik mit geringen Bandbreitenanforderungen immer noch Anwendung, also bei Tracking-Systemen, die Positionsdaten senden, und bei Notrufsystemen.

Seit 2018 ist per EU-Gesetz ein automatisches Notrufsystem namens E-Call in Autos Vorschrift. Zur Gesetzeserstellung legte die EU konkret per technischer Norm fest, dass E-Call 2G und 3G verwenden soll. Das wurde erst für Typgenehmigungen ab 2026 auf 4G/5G korrigiert (ab 2027 für alle Neuwagen). 3G wurde 2021 in Deutschland abgeschaltet. Demnächst ist 2G dran. Und dann?