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Elektrischer Lader verhindert Turboloch

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Elektrisch angetriebener Turbolader

Der Gedanke klingt einfach, scheiterte bisher aber vor allem am Strombedarf: Der elektrisch angetriebene Lader benötigt einige Kilowatt Antriebsleistung. Im herkömmlichen 12-Volt-Autonetz lassen sie sich nicht bereitstellen. Audi erhöht die Bordspannung deshalb auf 48 Volt. Dieses Konzept bietet Vorteile auch für andere Disziplinen, so etwa für Heizscheiben, für die Klimaanlage oder für die Rekuperation. Für die Beleuchtung, Fensterheber, Radio und ähnliche Anwendungen gibt es ein zweites Bordnetz mit den gewohnten 12 Volt. Den gesamten Stromhaushalt belastet der elektrische Biturbo nur wenig: Er tritt nur beim Gasgeben bei niedrigen Motordrehzahlen in Aktion. Bei höheren Touren arbeitet der Abgasturbolader wie gewohnt allein.

Vorteile im unteren Drehzahlbereich

Das Ergebnis überzeugt: Im unteren Drehzahlbereich, zwischen 1.000 und etwa 1.800 Umdrehungen pro Minute, so lange sich herkömmliche Turbos vor allem im dynamischen Verhalten schwer tun, steigt das Drehmoment beim Gasgeben viel rascher an. Bei vollem Beschleunigen aus dem Stand bringt der elektrische Biturbo in den ersten drei Sekunden gegenüber der konventionellen Lösung einen Vorsprung von etwa zwei Fahrzeuglängen. Das ist eine Menge: Der A6-Prototyp mit dem neuen Biturbo-Diesel erweist sich beim Drauftreten im wahrsten Sinn des Wortes als Kraft-Fahrzeug.

Weitere Drehzahlabsenkung

Der elektrische Biturbo könnte ein neuer bedeutender Entwicklungsschritt für Benzin- wie für Dieselmotoren werden. Leistung und Drehmoment steigert er nicht weiter. Aber er verleiht dem Motor Kraft aus dem Drehzahlkeller, verbessert also das subjektiv empfundene Temperament und damit die Freude am Fahren. Und kann sogar weiter mäßigend auf Verbrauch und CO2-Ausstoß einwirken: weil die Drehzahlen in der täglichen Praxis noch niedriger liegen können. Sogar bei den Kosten verspricht der E-Biturbo Vorteile: Erste Schätzungen gehen davon aus, dass sie bei größeren Serien nicht höher liegen als die bei Hochleistungsfahrzeugen verbreiteten doppelten und sogar dreifachen Turbolader.

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