Bedienkonzepte
Comeback der Knöpfe
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Beim Euro NCAP gibt es ab 2026 auch Punktabzug, wenn das Bedienkonzept des Fahrzeugs die Sicherheit beeinträchtigt. Haptische Bedienelemente statt verschachtelter Touchscreen-Menüs werden künftig belohnt.
Eines der prominentesten Beispiele ist vielleicht das „Tesla-Urteil“ des Oberlandesgerichts Karlsruhe von 2020: Es verurteilte einen Fahrer zu einer Geldstrafe, weil er den Scheibenwischerintervall seines Teslas ändern wollte und davon abgelenkt in eine Böschung fuhr. Das Problem: Er musste per Touchscreen erst einmal zu dieser Funktion navigieren und hatte seinen Blick zu lange von der Straße abgewendet. Bisher haftet der Hersteller dafür nicht, verantwortlich ist rechtlich allein der Fahrer.
Das könnte sich bald ändern: Das Euro NCAP hat im Frühjahr 2025 neue Regeln (Protokolle) veröffentlicht, in denen detailliert geregelt ist, wie die Benutzerschnittstellen in einem Auto gestaltet sein müssen, um eine Ablenkung der Fahrer zu vermeiden. Euro NCAP ist zwar keine gesetzgebende Behörde, aber durchaus ein Trendsetter mit politischem Einfluss. Ursprünglich befasste sich die Organisation nur mit Crashtests. 1997 gegründet, kümmerte sich das Euro NCAP aber sukzessive um immer mehr Themen, seien es der Fußgängerschutz, die Funktion von Fahrerassistenzsystemen oder eben die Gestaltung des „Human Machine Interface“ (HMI).
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