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Fahrbericht Volvo 164: Gehobene Klasse

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Cruisen ist angesagt

Cruisen ist angesagt, und das kann der Oldie trotz des nahenden 50. Geburtstages ganz gut. So bügelt er schlechte Pisten wirkungsvoll glatt, und da, wo die meisten Zeitgenossen dürre Stühle lieferten, präsentierte Volvo fast schon üppige Fauteuils samt Potenzial, selbst Menschen mit wenig Sitzfleisch einige hundert Kilometer bei Laue zu halten. Manche Fans fahren ihren 164 ja auch heute noch in den hohen Norden zu diversen Clubtreffen. Wer nicht unbedingt auf eine frühe Variante fixiert ist, darf den großen Reihensechser auch mit einer Einspritzanlage genießen. Auch schön: Die Ausführungen mit der sanften Dreigang-Wandlerautomatik – wenn man etwas weniger Punch verschmerzen kann, dafür aber maximalen Komfort schätzt, sollte hier kein Kompromiss eingegangen werden.

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Bezahlbarer Oldtimer

Wer zum 164-Besitzer werden möchte, muss keine Reichtümer ausgeben. Ordentliche Exemplare findet man im mittleren vierstelligen Bereich. Die Ersatzteilversorgung ist unproblematisch; und bis auf potenziell einlaufende Nockenwellen ist das Triebwerk solide. In puncto Rost ist natürlich auch ein alter Volvo fies zu seinen Besitzern: Bitte unbedingt die klassischen Stellen wie Schweller, Radläufe, Reserveradmulde und Türkanten untersuchen. Der Querträger unterhalb des Kühlers ist auch gerne betroffen. Sind Substanz und Technik so weit in Ordnung, ist der 164er ein feiner Allrounder, der zumindest im Sommer ohne Probleme täglich eingesetzt werden darf und kann.

Die Chronik des Volvo 164

  • 1968: Der Volvo 164 wird als erste Markenneuheit der oberen Mittelklasse eingeführt
  • 1970: Der 164 erhält einen um zwei Zentimeter verlängerten Radstand
  • 1971: Einspitzer-Variante mit 160 PS wird eingeführt
  • 1972: Größere optische Retuschen (u.a. geänderte Rückleuchten)
  • 1975: Die 100er-Reihe läuft aus und wird durch das 200er-Modell ersetzt

Volvo 164 – Technische Daten

  • Viertürige obere Mittelklasse, Länge: 4,72 Meter, Breite: 1,74 Meter, Höhe: 1,45 Meter, Radstand: 2,70 Meter
  • 3,0-l-Reihensechszylinder-Otto mit Zweifach-Stromberg-Vergaser, 96 kW/130 PS, maximales Drehmoment: 206 Nm bei 2.500 U/min, Vmax 170 km/h, 0-100 km/h in 14 s
  • Ehemaliger Neupreis (1970): 17.270 DM
  • Heutiger Marktpreis nach Classic Data (frühes Modell 1968-1972):
  • Note 2: 14.900 Euro
  • Note 3: 8.200 Euro
  • Note 4: 3.400 Euro

Ersatzteilpreise

  • Bremsscheibe, Hinterachse (Bosch): etwa 80 Euro
  • Stoßdämpfer, Vorderachse (Monroe): etwa 55 Euro
  • Endschalldämpfer: etwa 25 Euro

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