Guangzhou Automobile Group Weitere Automarke aus China: GAC Aion

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Auf dem Autosalon in Paris zeigt der chinesische Hersteller GAC unter anderem das C-Segment-SUV Aion V. Das soll ab 2025 die Europäer von seinen Qualitäten überzeugen. Wir konnten ein paar Runden drehen.

Gut in Form: Der Aion V läutet nächste Jahr den Marktstart von GAC in Europa ein.(Bild:  Rightlight Media)
Gut in Form: Der Aion V läutet nächste Jahr den Marktstart von GAC in Europa ein.
(Bild: Rightlight Media)

Der im Jahr 1955 gegründete Autohersteller GAC (Guangzhou Automobile Group) hat mehrere Töchter. Eine davon heißt Aion, unter diesem Markennamen werden seit 2019 Elektroautos produziert. Das Modell V wurde im Sommer dieses Jahres in China in zweiter Generation aufgelegt, es soll nun auch den Markteintritt von GAC in Europa in Fahrt bringen. Im Laufe des kommenden Jahres soll der Kontinent, beginnend mit Portugal und Norwegen, Land für Land aufgerollt werden.

Deutschland, so Wayne Wei, als Präsident von GAC International verantwortlich fürs komplette Auslandsgeschäft, wird relativ spät das Ziel der vertrieblichen Expansion sein. Nach aktuellen Planungen erst Ende 2025 – weil man in China offenbar durchaus Respekt vor dem großen und nicht gerade einfach zu erobernden deutschen Markt hat.

Reichlich Kopffreiheit

Was könnten künftige deutsche Kunden vom Aion V erwarten? Zunächst einmal ein kompaktes SUV mit einem ansehnlichen Äußeren, das durchaus auch aus den Händen europäischer Designer stammen könnte. Das Aion-Logo trägt der Konkurrent eines VW ID 4 oder Opel Grandland recht stolz auf der Motorhaube, die Tagfahrleuchten zeigen eine H-Signatur und die Proportionen des 4,61 Meter langen, 1,85 Meter breiten und 1,69 Meter hohen V sind gelungen.

Das weit nach hinten gezogene Dach sorgt auch in Reihe zwei für reichlich Kopffreiheit, das Heck mit Hochkant-Rückleuchten und großer Klappe öffnet den Weg zu einem geräumigen Gepäckabteil, über dessen Größe noch keine Angaben gemacht wurden.

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Luftiger und aufgeräumter Innenraum

Vorne sitzt man auch dank eines recht großzügigen Radstands von 2,78 Metern luftig auf bequemen, je nach Ausstattungsversion beheizten und belüfteten Sitzen mit Massagefunktion. Die Rückbank ermöglicht trotz des Akkus im Unterboden eine entspannte Beinhaltung, die Füße können problemlos unter die Vordersitze geschoben werden. Die Bedienung des Aion V erfolgt fast ausschließlich über das 14,6 Zoll große Zentraldisplay, reguläre Tasten wurden weitestgehend verbannt. Die Funktion der Sprachsteuerung und der diversen Assistenzsysteme ließ sich am Vorserienfahrzeug noch nicht ausprobieren. Aion verspricht jedenfalls den Einsatz künstlicher Intelligenz und einen hohen Sicherheitsstandard.

In China wird das SUV von einem 150 kW oder 165 kW starken E-Motor mit einem maximalen Drehmoment von je 240 Nm in Schwung gebracht. Zur Höchstgeschwindigkeit gibt es noch keine Angabe. Die Akkugrößen beziffert GAC mit 62, 75 und 90 kWh, das soll je nach Version für 520 bis 750 Kilometer am Stück reichen. Der Antrieb basiert auf 400-Volt-Technik, laut Hersteller lassen sich je nach Akkugröße in 15 Minuten mit bis zu 170 kW zwischen 260 und 370 Kilometer laden. Der Normverbrauch beträgt 12,8 bis 12,9 kWh/100 km.

Positive Fahreindrücke

Klingt alles ganz gut, wenn auch nicht herausragend. Doch kann der Aion V auch in der Praxis mit europäischen oder koreanischen Produkten mithalten? Bei einer kurzen Cityrunde durchs sonntägliche und deshalb relativ leere Paris ließ sich allenfalls ein allererster Eindruck gewinnen, aber der fiel recht ordentlich aus: Der Neuzugang aus China lässt sich dank dreier Fahrmodi und variierbarer Rekuperation präzise auf die Verkehrsverhältnisse einstellen und zeigt neben sauberer Verarbeitung und angenehmen Materialien die typischen Elektroauto-Tugenden wie flinke Spurts, entspanntes Dahinrollen und eine nervenschonende Geräuschkulisse. Das Fahrwerk neutralisiert auch grobe Straßenunebenheiten zufriedenstellend. Insgesamt ein angenehmes Fahrerlebnis.

Doch damit wird es wie erwähnt in Deutschland erst mal nichts werden. Anders als mancher früher gestartete Mitbewerber aus dem Reich der Mitte will es GAC mit seinen Marken Aion und GAC Motors eher ruhig angehen lassen und 2025 europaweit erst einmal nur „ein paar Tausend“ Autos an die Käufer bringen. Für den „V“ strebt man bei GAC einen Einstiegspreis von 38.000 bis 40.000 Euro an – der unter anderem massiv von der Strafsteuer auf China-Autos beeinflusst wird. In seinem Heimatland ist der Aion V ab umgerechnet knapp 17.000 Euro zu haben.

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