Neue Modelle Aion UT – mit Faible für Italien

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Der chinesische Autohersteller GAC kommt mit seiner Elektromarke Aion nach Europa. Den Anfang machen ein SUV und ein Kompaktwagen. Letzterer verdankt sein Aussehen einem Design-Studio in Mailand.

Der chinesische Autohersteller GAC kommt mit seiner Elektromarke Aion nach Europa.(Bild:  GAC)
Der chinesische Autohersteller GAC kommt mit seiner Elektromarke Aion nach Europa.
(Bild: GAC)

Mit dem Slogan „Mailand Mode“ wirbt die E-Automarke Aion auf ihrer chinesischen Webseite für den Aion UT. Bereits seit drei Jahren betreibt der Mutterkonzern GAC aus dem südchinesischen Guangzhou ein Designstudio in der italienischen Metropole. Das kompakte Stadtauto, UT steht für Urban Traffic, wurde von dem europäischen Design-Team entworfen.

Doch mit seinem Europastart ist der staatliche Autohersteller ein wenig zurückhaltend. „Wir müssen zunächst eine Vertriebsorganisation aufbauen“, sagt Thomas Schemera. Der Automanager war zuvor bei Hyundai und BMW tätig. Heute verantwortet er als Global COO die Expansionspläne von GAC. Bislang existiert nur die Firmenzentrale in Amsterdam sowie das Design-Studio in Mailand.

Für einen eigenen Eindruck vom Aion UT müssen sich Interessenten in Europa noch bis 2026 gedulden. Hier macht zunächst der größere SUV Aion V den Anfang. Als Startländer für das E-Auto hat der Hersteller Polen, Portugal und Israel für dieses Jahr ausgewählt. Schemera beschreibt den Aion UT als chinesische Version des Minis. In den ersten beiden Monaten des Jahres verkaufte GAC im Heimatmarkt 10.000 Stück von dem Kompaktfahrzeug. Während der Mailänder Design-Woche gewährte GAC ein Probesitzen im Aion UT.

Reichweite ordentlich, Ladeleistung unklar

In der Vollausstattung gibt es elektrisch verstellbare Vordersitze, die belüftet und beheizt sind. Der Bildschirm in der Mitte (14,6 Zoll) ermöglicht neben Navigation und Musikwiedergabe auch eine Smartphone-Verbindung mittels Apple Carplay. Die Mittelkonsole bietet neben einem Staufach, einer Ladefläche für Smartphones noch zwei Getränkehalter. Fahrzeug- und Infotainmenteinstellungen steuert der Fahrer über zwei Drehschalter im Lenkrad.

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Über dem Rückspiegel gibt es einen weiteren ausklappbaren Spiegel, um Kinder oder Tiere auf der Rückbank im Blick zu behalten. Die geteilte Rückbank lässt sich umklappen. Die Heckklappe öffnet und schließt elektrisch. Der Kofferraum bietet 440 Liter an Stauraum. Einen Wert mit umgeklappter Rückbank nennt der Hersteller noch nicht.

In der Front arbeitet ein E-Motor mit 150 kW Leistung. Die 60 kWh Batterie soll 430 km Reichweite (WLTP) ermöglichen. Die genaue Ladeleistung für Europa nennt GAC nicht. In 24 Minuten lädt das E-Auto von 30 bis 80 Prozent Speicherkapazität. Der Aion UT kommt mit Fahrerassistenzsystemen des Levels 2, also einem Abstandstempomaten sowie Spurhalter. Noch steht das Testergebnis für Euro NCAP aus, doch laut Schemera strebt der Hersteller volle fünf Sterne an.

Noch keine Preise bekannt

Mit 4,27 m Länge, 1,85 m Breite und 1,58 m Höhe hat der Aion UT in etwa die Maße eines VW ID 3. Der vergleichbare VW ID 3 Pro mit 59 kWh Batterie startet bei 36.500 Euro. Die noch unbekannte Marke Aion wird sich zunächst günstiger als die Wettbewerber positionieren müssen, gibt Schemera im Gespräch offen zu. Allerdings mag er noch keinen genauen Preis nennen. Im chinesischen Heimatmarkt wird der Aion UT in fünf Varianten angeboten. Die mit dem europäischen Ableger vergleichbare Version kostet umgerechnet 11.000 Euro (89.800 Yuan). Mit den Kosten für EU-Zulassung (Homologation), Export und Strafzoll, dürfte der Preis hierzulande vermutlich knapp unter oder eventuell auch etwas über der Marke von 30.000 Euro liegen.

GAC ist ein staatlicher Autohersteller mit Sitz in Südchina. Das Akronym steht für Guangzhou Automobil Company. Laut China Passenger Car Association verkaufte GAC im vergangenen Jahr 670.000 Autos mit Verbrennungsmotor und 436.000 E-Autos. Die Fahrzeuge werden unter den Marken GAC, Hyptec und Aion verkauft.

GAC-Joint-Venture mit Toyota

Mit Toyota und Honda produziert GAC bereits seit etlichen Jahren Modelle für den chinesischen Markt. Die Automanager bedienten sich bereits 2010 bei europäischer Autotechnik. „Unsere erste Limousine nutzt eine Plattform von Alfa Romeo 166“, sagt Fan Zhang, der Designchef von GAC. Mit Hilfe der italienischen Autotechnik brachte GAC sein Modell Trumpchi auf den Markt.

Zhang verantwortet nicht nur die Design-Studios in Mailand, Los Angeles und Shanghai, sondern auch einen globalen Design-Wettbewerb. „Damit finden wir rund um den Globus die besten jungen Talente“, sagt Zhang. Den Wettbewerb im Kompaktsegment scheut der Automanager nicht. Mehr Raum, eine bessere Innenausstattung und vor allem ein besseres Angebot digitaler Dienste nennt Zhang als Gründe, warum auch bei uns der Aion UT in Mode kommen könnte.

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