VW und Siemens Gemeinsam gegen Bosch?

Redakteur: Klaus Honzik

Zur gemeinsamen Entwicklung und Fertigung von Pumpe-Düse-Elementen für den Einsatz in Dieselmotoren (TDI) werden Volkswagen und Siemens VDO Automotive die Volkswagen Mechatronic GmbH & Co. KG gründen.

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Zur gemeinsamen Entwicklung und Fertigung von Pumpe-Düse-Elementen für den Einsatz in Dieselmotoren (TDI) werden Volkswagen und Siemens VDO Automotive die Volkswagen Mechatronic GmbH & Co. KG gründen. Sitz des neuen Unternehmens ist Stollberg, Sachsen.

An der neuen Gesellschaft sind beide Unternehmen zu je 50 Prozent geteiligt. In der Anfangsphase zeichnet die Volkswagen AG für den Aufbau der Fabrik verantwortlich, Siemens für die Produkt- und Prozessentwicklung. Das Investitionsvolumen des Projektes, dessen Baubeginn für Mai 2003 und dessen Produktionsbeginn für das vierte Quartal 2004 geplant ist, beläuft sich auf insgesamt etwa 270 Millionen Euro.

Nach der Realisierung der ersten Aufbaustufe sollen bis 2006 rund 240 Millionen Euro in den Standort investiert werden. Bis zu 380 Mitarbeiter würden dann zunächst jährlich rund zwei Millionen Pumpe-Düse-Elemente für VW-Turbodieselmotoren herstellen. Von 2007 an sei eine Verdopplung der Fertigungsleistung geplant, sagte VW-Vorstandsmitglied Folker Weißgerber.

Dazu solle die Zahl der Beschäftigten auf rund 690 steigen. Zu den Geschäftsführern des Gemeinschaftsunternehmen werden Hendrik Tullney (VW) und Volker Purschke (Siemens) bestellt. Bislang hatte VW - immerhin der weltweit größte Produzent von Diesel-Pkw - seine Einspritzsysteme vom Marktführer (rund 85 Prozent Marktanteil) Bosch erhalten. Unklar ist derzeit, wie viele Selbstzünder-Pkw Volkswagen in Zukunft mit seinen eigenen Systemen ausrüsten will.