Zulieferer Goodyear verkauft die Marke Dunlop nach Japan

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 2 min Lesedauer

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Sumitomo Rubber Industries übernimmt die Marke des Erfinders der Luftreifen. Die Japaner besitzen die Markenrechte ohnehin schon auf einer Reihe von Märkten und sind insofern der natürliche Käufer.

Kurve nicht gekriegt: Goodyear gibt die Marke Dunlop auf und verkauft das Fabrikat an Sumitomo.(Bild:  Rosenow – VCG)
Kurve nicht gekriegt: Goodyear gibt die Marke Dunlop auf und verkauft das Fabrikat an Sumitomo.
(Bild: Rosenow – VCG)

Der amerikanische Reifenhersteller Goodyear hat eine verbindliche Vereinbarung zum Verkauf der Marke Dunlop an Sumitomo Rubber Industries (SRI) unterzeichnet. Die Transaktion umfasst die Markenrechte sowie geistiges Eigentum, das für den Betrieb der Marke in Europa, Nordamerika und Ozeanien erforderlich ist. Der Kaufpreis beträgt laut Goodyear rund 701 Millionen US-Dollar in bar. Dies umfasst den Kauf der Marke und zugehöriger Vermögenswerte, eine Übergangsgebühr für die Unterstützung der Markenübernahme sowie den Erwerb von Dunlop-Reifenbeständen.

Dunlop-Reifen sollen aber auch weiter in Europa verfügbar sein. Im Rahmen einer Übergangsvereinbarung wird Goodyear diese Produkte in Europa bis mindestens Ende 2025 weiterhin verkaufen und vertreiben. Die Übergangszeit soll SRI Zeit geben, seine Organisation in Europa zu vergrößern. Ab 2026 wird Goodyear bestimmte Dunlop-Reifen für SRI in Europa über eine fünfjährige Vereinbarung liefern. Die Vereinbarung enthält eine Mindestabnahmemenge von 4,5 Millionen Reifen pro Jahr.

Die Abgabe von Dunlop soll es dem Konzern ermöglichen, sich auf seine Kernmarken zu konzentrieren. Lange Zeit führten die Amerikaner die Fabrikate Goodyear und Dunlop parallel als Premiummarken in ihrem Portfolio, was in der Reifenbranche ungewöhnlich war. Erst vor einem Jahr hatte Goodyear das Traditionsfabrikat etwas günstiger als „europäische Value-Marke“ positioniert .

Inwieweit die Transaktion Auswirkungen auf die deutsche und europäische Fertigungsbasis des Goodyear-Konzerns haben wird, hat das Unternehmen nicht mitgeteilt. Goodyear hatte schon Ende 2023 Werksschließungen in Deutschland angekündigt: Bis September 2025 will man das Werk in Fulda schließen, in Fürstenwalde soll die Produktion bis Ende 2027 heruntergefahren werden. Weitere Reifenwerke betreibt der Konzern in Hanau, Riesa und Wittlich. Das frühere Werk in Philippsburg war 2017 geschlossen worden. Sumitomo besitzt kein Reifenwerk in der EU, jedoch eines in der Türkei.

Sumitomo und Goodyear haben den europäischen Markt früher im Rahmen eines Joint Ventures gemeinsam bearbeitet. Dieses wurde allerdings 2015 aufgelöst. Für zwei Produktsegmente behält Goodyear auf dem europäischen Markt allerdings die Nutzungsrechte an der Marke Dunlop: für Nutzfahrzeug- und für Motorradreifen.

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