Rohstoffe Auf dem Weg zum grünen Stahl

Von Gerald Scheffels 4 min Lesedauer

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Der Stahl wird grün – das ist gesetzt. Nicht ganz so klar ist: Wie viel teurer wird der dekarbonisierte Stahl sein? Und wie weit sind die Stahlkocher auf dem Weg zum grünen Stahl fürs Auto?

Die Stahlindustrie investiert Milliarden in den Umbau ihrer Produktionsstätten – im Bild das Stahlwerk von Voestalpine in Linz.(Bild:  Voestalpine)
Die Stahlindustrie investiert Milliarden in den Umbau ihrer Produktionsstätten – im Bild das Stahlwerk von Voestalpine in Linz.
(Bild: Voestalpine)

Hohe Energiekosten, weltweite Überkapazitäten, geringe Planungssicherheit, Absatzkrisen bei vielen Kunden und in wichtigen Zielmärkten: Eigentlich haben die Stahlhersteller, die in die Automobilindustrie liefern, genug Herausforderungen zu meistern. Dabei ist die vielleicht größte Herausforderung noch gar nicht genannt: die Dekarbonisierung. Sie wird Milliarden verschlingen und damit zwingend auch den Stahl verteuern.

Zwei Techniken: EAF und DRI

Alle namhaften Stahlproduzenten haben für sich einen Zeitpfad für die Dekarbonisierung definiert und bereits begonnen, ihre Anlagen umzurüsten. Dabei setzen sie im Wesentlichen auf zwei Technologien: Elektro-Lichtbogenöfen (EAF) und Direktreduktion mit Wasserstoff (DRI). Bei EAF wird, ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft, Stahlschrott mithilfe von elektrischer Energie zu „neuem“ Stahl verarbeitet. Das spart im Vergleich zum konventionellen Hochofen rund 80 Prozent CO2-Emissionen. Bei der DRI ersetzt Wasserstoff den Kohlenstoff, der für die Eisenerzreduktion benötigt wird, was zur Bildung von Wasser anstelle von CO2 führt. Das Einsparpotenzial ist abhängig von der Herkunft des Wasserstoffs.