Autonomes Fahren Holon-Shuttle erhält bundesweite Testzulassung

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Ein autonomes Elektro-Shuttle darf nach KBA-Genehmigung bundesweit im Nahverkehr getestet werden. Wie das Projekt in Hamburg Fahrt aufnimmt und welche Ziele damit verbunden sind.

Das autonom fahrende Shuttle von Holon startet in der Hamburg Innenstadt.(Bild:  Holon)
Das autonom fahrende Shuttle von Holon startet in der Hamburg Innenstadt.
(Bild: Holon)

Nach einer Genehmigung durch das Kraftfahrt-Bundesamt KBA darf der Fahrzeughersteller Holon sein Elektro-Shuttle „Holon urban“ deutschlandweit im autonomen Fahrmodus erproben. „Das Fahrzeug führt die Fahraufgabe vollkommen autonom durch und wird durch einen Sicherheitsfahrer in der Funktion eines Aufsehers überwacht“, teilte das Unternehmen in Paderborn mit. Die Testfahrten werden durch Entwicklungsingenieure begleitet, um die Systeme fortlaufend zu verbessern.

Beim „Holon urban“ handelt es sich um ein vollelektrisches Fahrzeug, das für den Einsatz im öffentlichen Nahverkehr konzipiert wurde. Zum Einsatz soll das Shuttle zudem bei Sammel-Taxi-Konzepten kommen. Das Fahrzeug ist autonom fahrend bis Stufe Level 4, also weitgehend fahrerlos. Es bietet Platz für bis zu 15 Passagiere (9 Sitze + 6 Stehplätze) und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 60 km/h. Holon gehört zur Benteler-Gruppe.

Ersteinsatz in Hamburg

Das futuristische Fortbewegungsmittel kommt mit der frischen KBA-Genehmigung erstmals in Hamburg im Rahmen des Projekts „Alike“ (Autonomes Lift- und Intelligentes Kombinations- Einsatzsystem) gemeinsam mit der Hamburger Hochbahn zum Einsatz. Neben Holon sind an dem Projekt die Hamburger Verkehrsbehörde, die Hochbahn, der On-Demand-Dienst Moia, der Fahrzeughersteller Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie das Karlsruher Institut für Technologie als Partner beteiligt. Es läuft bis Oktober 2026 und erhält eine Förderung von 26 Millionen Euro durch das Bundesverkehrsministerium.

Im Hamburger Stadtgebiet werden bis zu 20 autonome Shuttles verschiedener Hersteller unterwegs sein, darunter auch der VW ID Buzz AD. Die Fahrzeuge verkehren nicht wie Taxis individuell, sondern als „Ridepooling“: Dabei bündelt das IT-System Buchungen mit ähnlichem Ziel, sodass sich Fahrgäste den Shuttle teilen und direkt zum Ziel gebracht werden. Ziel ist die Integration dieser autonomen Fahrten als Ergänzung zum klassischen ÖPNV (Bus und Bahn), um Individualverkehr zu reduzieren und flexible Mobilität zu bieten.

„Meilenstein für die Einführung autonomer Mobilität im ÖPNV“

Holon-Manager Flavio Friesen sagte, die bundesweite Genehmigung für die Erprobung des autonomen Level-4-Shuttles sei ein Meilenstein für die Einführung autonomer Mobilität im ÖPNV. „Die Genehmigung des KBA bereitet den Weg für autonome Transportlösungen in Deutschland und zeigt: Unser Fahrzeugsystem überzeugt sowohl technisch als auch regulatorisch. Wir gehen mit großen Schritten auf eine neue Ära der Mobilität zu.“

Parallel zum Testbetrieb in Hamburg treibt Holon die Produktionsvorbereitung und die globale Skalierung voran. In Jacksonville (Florida) laufen die Vorbereitungen für den Aufbau des ersten Produktionsstandorts. Holon treibt Projekte in Europa, den USA und in den Golfstaaten voran, um dort Einsätze im realen Straßenbetrieb zu ermöglichen. „Mit jedem Projekt, jedem technischen und regulatorischen Meilenstein sowie jedem Testlauf gewinnen wir entscheidende Erkenntnisse für die Serienreife“, sagt Friesen.

Partner des Holon-Projekts

Holon hat sich die Zusammenarbeit mit einigen bekannten Unternehmen der Automobilindustrie gesichert. Vor wenige Tagen gab der Zulieferer Borg Warner bekannt, die Batteriesysteme für den Urban zu liefern. Der Software-Stack für die Fahrfunktionen kommt von Mobileye, der Entwicklungsdienstleister Cognizant Mobility unterstützt ebenfalls. Der Dienstleister hat ein Architektur- und Testingmodell entworfen. Die E/E-Gesamtarchitektur wurde in Vector PREEvision modellierte und mit dem Architecture Design Framework von Cognizant Mobility kombiniert.

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