Fachveranstaltung

Innenraum-Forum: „Viel hilft nicht viel“

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Intelligente Oberflächen

Vöhringer-Kuhnt schloss sich der Einschätzung von Prof. Schöls an, dass künftig „Oberflächen zu Bedienoberflächen werden“. Das sei ein „Paradigmenwechsel“. Im Zusammenhang mit dem automatisierten Fahren sprach er von einem „holistischen HMI“, dass als kooperativer Assistent wirkt.

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Diesen beiden einführenden Vorträgen folgten weitere interessante Betrachtungen. So sprach Dr. Jochen Alkemper, von der Schott Technical Glass Solutions GmbH, über die Möglichkeiten von Glas als Designelement und Informationsträger. Dabei betonte er, dass der Werkstoff vielseitig einsetzbar sei, man seine Grenzen aber kennen müsse. Am Ende sei auch der Preisfaktor für das jeweilige Einsatzfeld mitentscheidend.

Software mit größerem Einfluss

Der zweite Teil der Veranstaltung startete mit einem Impulsvortrag durch Frank M. Rinderknecht, der auf die neuen Dimensionen beim Thema Innenraum infolge des autonomen Fahrens einging. Rinderknecht sagte voraus, dass „die Zukunft in der Software liegt“ und die Hardware beim Interieur nicht mehr die alleinige Rolle spielen werden.

Welche Möglichkeiten es gäbe, zeige unter anderem das neu vorgestellte Rinspeed-Konzept Etos, dass auch demnächst in Genf seine Europa-Premiere feiert. Dort ist auch die Firma Strähle und Hess mit Lösungen vertreten. Intelligente Materialien im Sitzbereich sowie besondere Farb- und Designsprachen seien dabei künftig wichtige Punkte der Individualisierung, führte Julia Reinke aus, die als Leiterin des Designteams des Innenraum-Zulieferers den Rinderknecht-Vortrag ergänzte.

Branchenübergreifend lernen

Dass die Automobilindustrie beim Thema Innenraum auch von anderen Industrien lernen könne, machten weitere Vorträge deutlich. Unter anderem zeigte Alfons Stachel, Innovationsdirektor bei der Recaro Aircraft Seating GmbH, welche Innovationen die Luftfahrt zu bieten hat. Das Thema Leichtbau und Sitzkomfort sei dabei in den Fokus gerückt und es lasse sich mit Blick auf das autonome Fahren auch Inspiration aus dem Bereich der First-Class-Bestuhlung in Flugzeugen ziehen, die den zuvor schon angesprochenen „Wohnlichkeitsaspekt“ vollends umsetzt.

Den Abschluss des Tages bot Sabine Wüst, die die Vorentwicklung/Konzepte bei Audi verantwortet. Sie ordnete die Zukunftsszenarien nochmals aus Sicht eines OEMs und stellte allen Premiumherstellern und ihren Lieferanten ein sehr gutes Zeugnis für die künftigen Bemühungen um die Entwicklungen im Bereich Interieur aus.

Begleitet wurde der Vortragspart von einer Fachausstellung, in der Innovationen von Zulieferern aus dem Bereich Interieur und Testing präsentiert wurden.

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