Sitze Johnson Controls schluckt Hammerstein
Johnson Controls übernimmt den deutschen Konkurrenten Hammerstein. Mit dem Erwerb der C. Rob. Hammerstein Group (CRH) könne das US-Unternehmen sein Produktangebot für Automobilsitze substanziell ergänzen und seine starke Marktposition ausbauen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Burscheid mit.
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CRHs Kernkompetenzen umfassen den gesamten Produktentwicklungsprozess vom Design über das Engineering und die Produktion der jeweiligen Komponenten bis hin zur Integration von Komplettsitzsystemen. Zur Produktpalette zählen unter anderem Vordersitzstrukturen, Längs- und Sitzhöhenverstellungen, Mehrwegeverstellungen, elektrische Antriebe und Getriebeeinheiten, aber auch spezielle Applikationen wie zum Beispiel Lenksäulenverstellungen. Zudem hat das Unternehmen Leichtbaulösungen wie etwa Slim-Seat-Strukturen entwickelt. Hammerstein beliefert Bentley, Porsche, BMW, Ferrari, Audi, Ford, Daimler, Volkswagen, Land Rover und Maserati.
Die CRH-Gruppe, die sich seit mehr als 160 Jahren in Familienbesitz befand, beschäftigt weltweit 4.300 Menschen, darunter knapp 900 in Deutschland. In diesem Jahr peilt das Unternehmen einen Umsatz von 475 Millionen Euro an. Headquarter und Entwicklungszentrum der CRH-Gruppe befinden sich in Solingen. Johnson Controls Automotive ist in Deutschland mit rund 9.500 Beschäftigten einer der größten Automobilzulieferer. Zum Kaufpreis machten die beiden Unternehmen keine. Die Zustimmung des Kaufs durch die Kartellbehörden wird Ende 2011 erwartet.
Markenname bleibt erhalten
„Wir werden den Markennamen CRHs als Synonym für qualitativ hochwertige Metallstrukturen, -komponenten und Mechanismen erhalten“, sagte Dr. Beda Bolzenius, Vice President Johnson Controls und President Automotive Experience.
CRH soll in die kürzlich aufgestellte, globale Seating Components Group bei Johnson Controls Automotive Experience eingegliedert werden. Sowohl der Bereich für Metall und Mechanismen als auch die gesamte Seating-Components-Organisation werden von Johannes Roters, Group Vice President und General Manager Seating Components, geführt. Sie beinhaltet zudem eigene Geschäftsbereiche für Sitzbezüge und Stoffe sowie Schaumkomponenten.
Wachstum im Premium-Segment
Mit der Übernahme will Johnson Controls in den Premium-Fahrzeugsegmenten wachsen, in denen CRH eine besondere Expertise besitzt. Zudem will das US-Unternehmen mit Hilfe des Kaufs neue Produkte anbieten. „CRHs Spindelantrieb sowie das höchste Präzisionsniveau der Antriebseinheiten, kombiniert mit Johnson Controls Know-how bei Steuerungen, eröffnen völlig neue Möglichkeiten für Mechatronik-Applikationen im Automobilbereich“, so Bolzenius weiter.
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