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Glücklose Schönheiten
Klein und kurzlebig war das Glück auch für alle 02 in besonderen Karosserieversionen. Das beim Stuttgarter Karosserie-Baur gebaute Voll-Cabrio gab es nur als BMW 1600 in Basismotorisierung zu Preisen, die 40 Prozent über denen der Limousine lagen. Noch rarer blieb das ab 1971 gefertigte 2002 Cabriolet mit feststehendem Überrollbügel, der dem Fahrzeug Stabilität für die stärkere Motorisierung gab. Eine Spezialität war der BMW 1600 GT, ein rassiges Sportcoupé mit von Frua gezeichneter Karosserie, die noch aus dem Glas-Erbe stammte. Zunächst war der Herausforderer italienischer und englischer Sportwagen als Glas GT gestartet, 1967 aber implantierte BMW Motor und Fahrwerkskomponenten aus dem 1600 ti. Ein gelungener Mix, den die Fachwelt lobte, der jedoch kaum Käufer gewann.
Der Zeit weit voraus
Noch eine weiteres Karosseriekonzept stammte ursprünglich von Glas: Als erste deutsche Kombi-Limousine wurde 1965 der Glas CL präsentiert, fuhr allerdings seiner Zeit zu weit voraus. Ein Schicksal, das auch die 1971 lancierten BMW-02-touring-Typen ereilte. Dabei hatte BMWs Stardesigner Paul Bracq aus der 02-Limousine einen aufregenden Sportkombi mit schräger Heckklappe entwickelt, der mit neuartigen, geteilt umlegbaren Rücksitzen brillierte. Die viersitzigen BMW 02 touring zeigten Lifestyle-Schick, konnten aber im Gegensatz zu Shooting-Brakes wie dem Volvo 1800 ES nicht genügend Fans finden. Außergewöhnlich war schließlich der BMW 1602 mit Elektroantrieb, der allerdings nur während der Olympischen Spiele 1972 in München stromern durfte.
Erst im Sommer 1975 überließen die leichtfüßigen 02-Modelle der stattlicheren BMW 3er Reihe das Feld. Allein die gerade erst eingeführte Sparversion 1502 mit 55 kW/75 PS blieb noch zwei Jahre länger im Rennen – und eroberte vor allem Fahrer von Fremdmarken für BMW. Denn sportlich über kurvenreiche Landstraßen schwingen, das konnte selbst der schwächste 02.
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