Werkstoffe

Karosseriebau: Was bringt die Zukunft?

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Große Werkstoffvielfalt

Dabei ist seit einigen Jahren eine fast inflationäre Entwicklung im Bereich der Werkstoffe zu beobachten. Neben der dynamischen Weiterentwicklung „klassischer“ Stahl- und Aluminiumwerkstoffe und Fertigungsverfahren haben sich auch neue Werkstoffkonzepte – im Karosseriebau vor allem Verbundwerkstoffe – im Markt etabliert. Selbst über Magnesium oder Edelstahl wird wieder intensiv diskutiert. Die verfügbare Werkstoffauswahl hat sich vom übersichtlichen Kleinsortiment in einen Mega-Supermarkt entwickelt. Auf Basis dieser komplexeren Auswahl haben sich in den vergangenen Jahren unterschiedliche Karosserie-Werkstoffkonzepte etabliert, die verschiedene Vorteile und Philosophien in sich vereinen.

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Wettstreit der Konzepte

Für den Entwickler bietet sich ein wesentlich größeres Spektrum an Werkstoffen. Allerdings steigt mit der Zahl verfügbarer Werkstoffkonzepte das notwendige Wissen beziehungsweise die Unsicherheit der richtigen Entscheidung. Daher wird der Werkstofflieferant eine immer wichtigere Rolle als Servicedienstleister für den OEM oder Tier 1 einnehmen, um so die richtige Auswahl von Werkstoffgüte und Fertigungsverfahren zu unterstützen. Aus diesen unterschiedlichen Konzepten entsteht neben der Fragestellung des optimalen Konzeptes für Gewicht, Kosten und Performance naturgemäß die Diskussion, welche Lösung für welchen Hersteller oder welche Plattform beziehungsweise Fahrzeugfamilie die richtige ist.

Dass es hier keine klare Antwort gibt, zeigt ein Blick in die aktuell auf dem Markt befindlichen Karosseriekonzepte. Von der klassischen Stahlstruktur über Alu-/Stahl-Mischbauweise oder die Reinaluminium-Struktur bis zur schwarzen Karosserie ist alles vertreten. Zusätzlich ist dabei die Ausprägung auch hinsichtlich der Fertigungstechnologien unterschiedlich. Gerade für Crashsicherheit muss in dem Gesamtkontext auch das Fahrwerk berücksichtigt werden, bei dem die Diskussion über neue Werkstoffkonzepte aber bei weitem noch nicht so intensiv ist wie bei den Karosserien.

Kostenziel bleibt führende Größe

Das Kostenziel bleibt unabhängig von jeglicher Optimierung die führende Größe. Gerade aber bei Karosseriestrukturen ist die Bewertung der Kosten von einer ganzen Reihe unterschiedlich wirkender Parameter abhängig und führt zu sehr hoher Komplexität. Wesentliche Kostentreiber, die es zu berücksichtigen gilt, sind zum Beispiel: Stückzahl, Varianten, Gewichtsreduzierung, Verbindungstechnik, Fertigungs-, Montage- und Materialkosten. Durch die gegenseitige Abhängigkeit ergibt sich ein unterschiedliches Optimum für jede Fahrzeug-Modellreihe. Auf der anderen Seite stehen schon getätigte Investitionen für den Rohbau. Eine vollständige Flexibilität für unterschiedliche Lösungen je Modellreihe ist ebenso wenig realisierbar wie eine kurzfristige Reaktion auf neue Fertigungsverfahren innerhalb der Generationssprünge.

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PA Consulting Group

Das Unternehmen mit über 2.500 Mitarbeitern ist in Nordamerika, Europa, Skandinavien, der Golfregion und im asiatisch-pazifischen Raum tätig. PA bietet Experten für Energiewirtschaft, Finanzdienstleistungen, Biowissenschaften und Gesundheitswesen, Fertigungsindustrie, Regierungen und öffentlicher Dienst, Verteidigung und Sicherheit, Telekommunikation, Transport und Logistik. Perfect Cost Grid – ein Venture von PA Consulting Group – ist eine web-basierte Cost-Engineering-Plattform mit Vergleichsdaten und Werkzeugen, um kosteneffiziente und wettbewerbsfähige Produkte zu entwickeln.

Die Kostenbewertung für eine Karosseriestruktur erfolgt aber in der Regel in einem Stadium, in dem eine Weichenstellung für das generelle Werkstoffkonzept bereits erfolgt ist. Es zeigt sich häufig im Nachgang, dass diese Entscheidungen nicht immer im Optimum der relevanten Parameter liegen. In der Findungsphase für ein neues Konzept oder eine neue Plattformstrategie ist die Kostenbewertung für die notwendige Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit vielen Unwägbarkeiten behaftet. Dennoch ist genau in dieser Phase eine Orientierung durch das Wissen über die Einflüsse der Kostentreiber auf die Gesamtkosten wünschenswert.

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