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Kunststoffanwendungen im Spritzgussverfahren
Die bisher beschriebenen Kunststoffanwendungen fertigt ElringKlinger ausschließlich im Spritzgussverfahren und meistens aus dem Werkstoff Polyamid 6.6 mit 35 Prozent Glasfaserfüllung.

Dieser Werkstoff hält Temperaturen von bis zu 160 Grad Celsius stand. Derzeit ist man mit den Granulatherstellern an der Entwicklung von speziellen hochtemperaturstabilisierten Polyamiden für Temperaturen bis etwa 210 Grad Celsius, die durch Beigabe von speziellen Chemikalien die Oxidation und somit Alterung des Kunststoffs wesentlich vermindern. Neben diesem Werkstoff-Know-how sieht ElringKlinger in seiner lückenlosen Prozesskompetenz von der werkstoffgerechten Konstruktion über den Spritzgussvorgang bis zur Fertigbearbeitung des Kunststoffs – etwa mit Fügetechniken wie Schrauben, Ultraschall- oder Vibrations- oder Heißgasschweißen – den entscheidenden Vorsprung, der eine technologisch führende Position im Markt garantiert.
Steinschlag auf Kunststoffoberfläche berücksichtigen
Beispielsweise achten die Ingenieure von ElringKlinger schon bei der Bauteilkonstruktion auf optimale Mindestwandstärken, Formgeometrien und die umfangreichen funktionalen Anforderungen an das Bauteil. Bei Ölwannen etwa ist der potenzielle Steinschlag auf die Kunststoffoberfläche zu berücksichtigen, weshalb die Ölwannen integrierte Verrippungen hat, welche die kinetische Energie der Steine aufnehmen sollen.
Felge aus Kunststoff
Dass der Anwendung von Kunststoff noch lange keine Grenzen gesetzt sind, zeigt eine Entwicklung des 2011 von ElringKlinger übernommenen Werkzeug- und Formenbauer Hummels-Formen GmbH. Das neue Tochterunternehmen entwickelte Werkzeuge und das erforderliche Produktionsverfahren für eine Felge aus Kunststoff. Diese Felge ist mehr als 30 Prozent leichter als Leichtmetallfelgen und könnte in Zukunft das Fahrzeuggewicht auf einen Schlag um mehr als zehn Kilogramm reduzieren. Besonders für kleine Elektro- und Hybridfahrzeuge bietet sich die Kunststofffelge als interessante Alternative an. Erste Prototypen sind bereits im Einsatz. Ein weiterer Aspekt dieser Übernahme ist, dass ElringKlinger jetzt die volle Kompetenz im Werkzeugbau inhouse zur Verfügung steht. Das zahlt sich besonders aus, wenn man aus logistischen und Kostengründen auf lokale Werkzeuglieferanten für die ausländischen Produktionsstandorte zurückgreift. In diesem Fall kann man den Lieferanten jetzt als rundum kompetenter Auftraggeber die entsprechenden Vorgaben vermitteln.
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