Umweltschutz BMW reinigt Abluft der Lackiererei elektrisch

Von Thomas Günnel 1 min Lesedauer

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BMW nutzt in einigen seiner Lackierereien ein neues Verfahren zum Reinigen der Abluft. Es funktioniert rein elektrisch – ohne Erdgas.

Zwei Beschäftigte von BMW an der „eRTO“-Reinigungsanlage für Abluft aus der Lackiererei.(Bild:  BMW)
Zwei Beschäftigte von BMW an der „eRTO“-Reinigungsanlage für Abluft aus der Lackiererei.
(Bild: BMW)

BMW nutzt für das Reinigen der Abluft in ersten Lackierereien Strom – und nicht mehr Erdgas. Beim Reinigen der Abluft aus Lackierkabine und Trocknungsraum strömt die verunreinigte Luft durch ein Keramikbett. Hier verbrennen die Restbestände der Lösungsmittel in den gas- und dampfförmigen Stoffen. Dazu muss die Luft in kurzer Zeit stark erhitzt werden.

Der dafür notwendige Energiebedarf ließ sich bislang nur mit Erdgas decken. BMW verwendet nun die sogenannte „eRTO“, die elektrisch regenerative thermische Oxidation. Die Anlage ist installiert zwischen Lackierkabine, Trocknungsprozess und Kamin. Zum Rückgewinnen der Wärmeenergie dient ein etwa zwei Meter hohes, flächiges Keramikbett. Hier herrschen Temperaturen von bis zu 1.000 Grad Celsius.

Elektrische Heizstäbe erhitzen die umliegende Keramik. Weil die Hitze im System erhalten bleibt und nur ein geringer Teil entweicht, reicht eine Anschlussleistung von wenigen hundert Kilowatt aus, um die Anlage zu betreiben. Der dafür notwendige Strom ist laut BMW regenerativ.

Erste Linie umgerüstet

Erste entsprechende Anlagen hat der Autohersteller in den Werken Regensburg und bei BMW Brilliance im chinesischen Lydia getestet. Im Werk Dingolfing ist eine von vier Lacklinien für den Serienbetrieb mit dem Verfahren umgerüstet. Im ungarischen Debrecen wird BMW ausschließlich das neue Verfahren nutzen. Das Werk soll Ende 2025 die Produktion aufnehmen. Weitere Werke sollen das Reinigungsverfahren ebenfalls nutzen.

Zum Trocknen der Fahrzeuge oder dem Erzeugen von Heißwasser – beides energieintensive Prozesse – nutzt BMW bereits andere Energieträger als Erdgas. „Die elektrische Abluftreinigung ist damit der letzte Baustein auf dem Weg der BMW Group, ihre Lackierereien künftig mit regenerativer Energie betreiben zu können“, kommentiert Michele Melchiorre, Leiter Produktionssystem, Planung, Werkzeug- und Anlagenbau der BMW Group.

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