Whitepaper von Siemens und MAN Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge muss schneller ausgebaut werden

Von Automobil Industrie 2 min Lesedauer

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Mehr Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für elektrische Nutzfahrzeuge – das fordern Siemens Smart Infrastructure und MAN Truck & Bus von der Politik. Jetzt haben beide Unternehmen ein Whitepaper dazu erstellt.

In einem gemeinsamen Whitepaper fordern MAN und Siemens politische Entscheidungsträger auf, den Ausbau der Ladeinfrastruktur für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge zu priorisieren.(Bild:  MAN)
In einem gemeinsamen Whitepaper fordern MAN und Siemens politische Entscheidungsträger auf, den Ausbau der Ladeinfrastruktur für schwere Elektro-Nutzfahrzeuge zu priorisieren.
(Bild: MAN)

Im „Masterplan Ladeinfrastruktur II“ der Bundesregierung wurden Maßnahmen zum Aufbau von Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge beschlossen, beispielsweise ein erstes Schnellladenetz für Lkw entlang von Fernverkehrsstrecken. In der Praxis sind jedoch erhebliche Hürden zu überwinden: die Integration in das Stromnetz, die Bereitstellung geeigneter Flächen an Autobahnen oder die angespannte Haushaltslage, um nur einige Beispiele zu nennen. „Die Ladeinfrastruktur ist für uns und unsere Kunden derzeit der größte Schmerzpunkt beim Übergang zur klimaneutralen Mobilität“, erklärt Alexander Vlaskamp, CEO von MAN Truck & Bus: „In Deutschland existieren noch keine öffentlich zugänglichen Ladestandorte für Nutzfahrzeuge. Bis 2030 werden hierzulande jedoch 10.000 öffentliche Lkw-Ladepunkte benötigt, davon 4.000 mit Megawatt-Ladesystem. Zudem kommt in der Aufbauphase auch dem Depotladen eine wichtige Rolle zu. Wir müssen jetzt beide Themen dringend anpacken.“

Konkrete Maßnahmen

Das Whitepaper nennt konkrete Maßnahmen, die notwendig seien, um den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben. Dazu zählt die Bereitstellung hoher Anschlussleistungen und ausreichende Flächen genauso wie die frühzeitige Einbindung von Netzbetreibern in die Netzplanung und Standortfindung. Weitere Empfehlungen:

  • Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle für das Genehmigungsverfahren zum Netzanschluss,
  • eine Anschubfinanzierung für elektrische Nutzfahrzeuge und Ladeinfrastruktur, um finanzielle Planungssicherheit für die Betreiber zu gewährleisten sowie
  • die weitere Förderung von Standardisierungsbemühungen.

Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs

Die politischen Ziele und Maßnahmen zur Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs in Deutschland seien klar, heißt es in der Mitteilung: Die Bundesregierung will die deutschen Treibhausgasemissionen des schweren Straßengüterverkehrs bis 2030 um 55 Prozent reduzieren, Vorreiter in Europa und bereits 2045 klimaneutral sein. Die Industrie hält das Ziel der Klimaneutralität im Verkehrssektor für erreichbar und hat bereits massiv investiert.

Der erste serienreife E-Truck von MAN mit einer Tagesreichweite von bis zu 800 Kilometern stehe für 2024 in den Startlöchern. Der elektrische Stadtbus werde im kommenden Jahr mit einem Produktupdate an Reichweite gewinnen. Ebenfalls im Jahr 2025 will MAN eine erste Testflotte von Elektro-Reisebussen auf die Straße bringen. Siemens eMobility bietet unterdessen IoT-fähige Hardware, Software und Dienstleistungen für das AC- und DC-Laden an, darunter Produkte und Lösungen von 11 kW bis zu MW-Ladelösungen für Depots und das Laden unterwegs. (se)

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