15. Kooperationsforum Bordnetze

Last auf der Leitung

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Komplexe Verbindungstechnologie

Im Rahmen des zweiten Themenschwerpunktes der Veranstaltung, Entwicklungen in der Verbindungstechnologie und Übertragungssicherheit, nannte mit Dr. Hans Bauer, Entwicklung Leitungssatzkomponenten, ein weiterer Audi-Vertreter Möglichkeiten von komplexen Produktionsprozessen in Niedriglohnländern. So habe es im Bereich der stofflichen Verbindungstechnologien ein Pilotprojekt u.a. mit dem Bordnetz-Hersteller Leoni gegeben, ob in Tunesien großtechnisches Widerstandsschweißen möglich ist. Dabei standen aber weniger Kostenaspekte im Vordergrund, sondern die Frage des Handlings und der Prozessbeherrschung. Inzwischen sei Audi „aus dem Grundlagenstatus heraus“ – das Verfahren habe sich als „absolut tauglich für Niedriglohnländer“ erwiesen. Als Vision für das Crimpschweißen von Kupfer-Magnesium-Leitungen nannte Bauer eine weitere Miniaturisierung mit Leitungsquerschnitten unter 0,13 mm2.

Herausforderung 48 Volt

Als eine „Herausforderung für alle Beteiligten“ bezeichnete Dr. Ole Mende in Ingolstadt die Einführung eines 48-V-Bordnetzes. Der Global Innovation Director bei Delphi Deutschland formulierte im dritten Themenblock die Anforderungen an das Verdrahtungssystem eines 48-V-Mehrspannungs-Bordnetzes aus der Sicht eines Systemlieferanten. Wenn, so Mende, „gewisse Randbedingungen erfüllt sind, ist das 48-Volt definitiv technisch machbar.“ Dazu zählen u.a. ein Trennschalter, der das 48-V-Bordnetz bei Bedarf wegschalten kann, eine getrennte Masseanbindung, der Einsatz geeigneter Steck- und Leitungssysteme unter der Berücksichtigung des Gesamtsystems und nicht zuletzt eine sorgfältige Systeminstallation und Materialauswahl, um eine Lichtbögen-Ausbildung zu vermeiden. Über Materialentwicklungen für Applikationen im Fahrzeug hielt sich Mende in Ingolstadt noch bedeckt

Unstrittig ist, dass der Aufwand für die Lieferanten von den Anforderungen der OEM abhängt. Wünschenswert ist aus Mendes Sicht eine „Erweiterung der LV 148 mit Fokus auf das Bordnetz“. Grundsätzlich müsse es darum gehen, die Anforderungen an das 48-V-Bordnetz und seine Komponenten „auf einem realistischen Niveau“ zu halten.

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