Hammerschmid Leichtbau mit Polypropylen-Sandwich

Redakteur: Bernd Otterbach

Die Hammerschmid Maschinenbau GmbH hat für ein neuartiges und kostengünstiges Verfahren zur Herstellung von Leichtbauteilen für die Autoindustrie den „NoAE Innovations-Award“ erhalten.

Anbieter zum Thema

Am 9. Juli 2009 wurden auf dem »Würzburger Automobil Gipfel« 2009 die 30 Preisträger des branchen- und länderübergreifenden „NoAE Innovations-Wettbewerb“ geehrt. Das oberösterreichisches Unternehmen aus Bad Leonfelden machte dabei mit einem neuen Leichtbau-Verfahren auf sich aufmerksam.

40 Prozent weniger Gewicht mit Polypropylen-Sandwich

Im Mai 2007 startete die Firma Hammerschmid zusammen mit dem Transfercenter für Kunststofftechnik und dem Polymerinstitut der Johannes Kepler Universität Linz ein Projekt für ein neues Verfahren zur Herstellung leichter und stabiler Kunststoffformteile, die sich besonders beim Bau von Elektrofahrzeugen bewähren sollen. Als Ergebnis wurde ein Weg gefunden, das Gewicht der Kunststoffkarosserie eines Elektrofahrzeug-Prototypen um etwa 30 bis 40 Prozent zu verringern.

Am Ende des Projektes lag ein Bauteil aus Polypropylen in Sandwichbauweise vor. Die Sandwichelemente bestehen aus einer dünnen Außenhaut, die beliebige Farbvariationen bei sehr guter Oberflächenqualität erlaubt und einem extrem leichten PP-Schaum als Zwischenmaterial, der die Stabilität garantiert. Aufgrund der durchgehenden Verwendung von Polypropylen ist ein vollständiges Recycling der Bauelemente möglich.

Projektleiter Johann Hammerschmid macht der Branche Hoffnung: „Die Herstellung von extrem leichten Monowerkstoff-Sandwichelementen als Karosserieelemente ist mit diesem Verfahren auch unter wirtschaftlichen Bedingungen möglich.“

Neu konzipierte Werkzeuge für den Sandwichbau

Eine besondere Herausforderung betraf dabei auch die Werkzeuge für die Herstellung der Sandwichelemente. Die Werkzeuge müssen beheizt, gekühlt, verschlossen und geöffnet werden können und sehr dünnwandig aber dennoch formtreu und stabil gebaut sein, um die Manipulationsfähigkeit innerhalb des neu entwickelten Prozess zu gewährleisten. Um diese Sandwichelemente in dieser Größenordnung überhaupt herstellen zu können, müssen die Formwerkzeuge bei geringem Gewicht eine hohe Maßhaltigkeit trotz integriertem energiesparendem Heiz- und Kühlsystem gewährleisten. Die Formwerkzeuge werden von einem Robotersystem gehandelt und über dieses mit Energie versorgt.

Projektleiter Johann Hammerschmid macht der Branche Hoffnung: „Die Herstellung von extrem leichten Monowerkstoff-Sandwichelementen als Karosserieelemente ist mit diesem Verfahren auch unter wirtschaftlichen Bedingungen möglich.“

(ID:312219)