Fahrwerk Reifendruckkontrolle im Lkw: Später Standard

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 8 min Lesedauer

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Zehn Jahre nach der Pflicht für Reifendruck-Kontrollsysteme im Pkw zieht die Nutzfahrzeugbranche nach. Die technischen Probleme scheinen gelöst zu sein.

Reifendruckkontrollsysteme sind im Lkw bislang nicht verpflichtend. Das ändert sich ab Juli 2024.(Bild:  Volvo Trucks)
Reifendruckkontrollsysteme sind im Lkw bislang nicht verpflichtend. Das ändert sich ab Juli 2024.
(Bild: Volvo Trucks)

Sechs Uhr morgens, Autobahnraststätte Weiskirchen, Mitte April: Gerade wälzte er sich noch im warmen Bett seiner luxuriösen Fernverkehrskabine, doch nun muss Lkw-Fahrer Vitali S. hinaus in Kälte und Regen. Denn bevor er seinen 40-Tonner starten und auf den Weg zum nächsten Kunden steuern darf, steht die vorgeschriebene Abfahrtskontrolle an. Schließlich verlangt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung in ihrer Vorschrift DGUV 70: „Der Fahrzeugführer hat vor Beginn jeder Arbeitsschicht die Wirksamkeit der Betätigungs- und Sicherheitseinrichtungen zu prüfen und während der Arbeitsschicht den Zustand des Fahrzeugs auf augenfällige Mängel hin zu beobachten.“

Den Arbeitsumfang dieser Kontrolle entnimmt Vitali einer Liste der Berufsgenossenschaft Verkehr, die ihm sein Arbeitgeber zur Verfügung gestellt hat. Gleich die erste Frage auf der Checkliste lautet: „Haben die Reifen genügend Luftdruck und Profil?“ Eingehüllt in seine Regenjacke macht sich der erfahrene Trucker auf den Weg um seinen Sattelzug. Fünf Achsen wollen überprüft werden. Vor allem an den Zwillingsrädern der Antriebsachsen ist der Zustand der inneren Pneus von außen kaum zu bewerten.