Energie Mahle senkt Gasverbrauch um über 90 Prozent

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Der Zulieferer Mahle hat in Vaihingen an der Enz eine photovoltaisch-thermische Anlage in Betrieb genommen. Der Erdgasverbrauch am Standort sinkt damit um über 90 Prozent.

Rund 780 der über 1.000 PVT-Module befinden sich auf dem Dach des Hauptgebäudes am Mahle-Standort in Vaihingen an der Enz. (Bild:  Mahle)
Rund 780 der über 1.000 PVT-Module befinden sich auf dem Dach des Hauptgebäudes am Mahle-Standort in Vaihingen an der Enz.
(Bild: Mahle)

Der Zulieferer Mahle hat die laut Unternehmen derzeit größte photovoltaisch-thermische (PVT)-Anlage Deutschlands am Standort in Vaihingen an der Enz vollständig in Betrieb genommen. Die 2.000 Quadratmeter große Anlage besteht aus über 1.000 PVT-Hybridmodulen, einem Erdsondenfeld und einer Wärmepumpe. Neben Wärme erzeugt sie für den Standort Strom aus Solarenergie.

Mit mehr als 430 kWp elektrischer Leistung und prognostizierten 1.086 Megawattstunden thermischer Energie pro Jahr deckt die Anlage nahezu den gesamten Wärmebedarf des Standorts. Ein Erdsondenfeld mit 60 Sonden dient als saisonaler Wärmespeicher. Die im Sommer eingebrachte Wärme steht der Wärmepumpe im Winter als Wärmequelle zur Verfügung.

Die Deutsche-Energie-Agentur hat das Projekt im Jahr 2025 für den Dena Energy Award nominiert. Die Gebäude und Anlagen versorgt Mahle bilanziell vollständig mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen, circa 5.000 Megawattstunden jährlich, und in milderen Wintern mit Geothermie-/Wärmepumpen-Wärme, circa 1.100 Megawattstunden jährlich. Als Reserve- und Spitzenlastkessel dient der bestehende Erdgas-Brennwertkessel.

Aus dem Auto aufs Firmendach

Die Hybridmodule stammen vom Dresdner Start-up Sunmaxx. Bei der Entwicklung der Kühlplatten für die PVT-Module hat Mahle Know-how aus dem Automobilbereich eingebracht. Auf der Rückseite der PVT-Module befinden sich die vom Zulieferer entwickelten Kühlplatten. Diese nehmen Wärme von den Solarzellen auf und begrenzen temperaturbedingte Leistungsverluste. Die Technologie setzt das Unternehmen in der Serienproduktion von Komponenten für Elektrofahrzeuge ein.

Mittels PVT-Anlage ist das Mahle-Werk in Vaihingen an der Enz nahezu unabhängig von fossilen Brennstoffen.(Bild:  Mahle)
Mittels PVT-Anlage ist das Mahle-Werk in Vaihingen an der Enz nahezu unabhängig von fossilen Brennstoffen.
(Bild: Mahle)

Die Kühlplatte ist vollflächig thermisch an das PV-Modul angebunden. Dadurch wird die in den Solarzellen entstehende Wärme über die gesamte Fläche auf das Wärmeträgerfluid übertragen und kann anschließend genutzt werden. Im Vergleich zu herkömmlichen PVT-Modulen mit rückseitigem Lamellenwärmetauscher, die nur punktuell mit dem PV-Modul verbunden sind, ermöglicht die vollflächige thermische Anbindung der Kühlplatte einen deutlich besseren Wärmeübergang – und damit das effizientere Nutzen der in den Solarzellen entstehenden Wärme.

Als Referenzprojekt für eine Industrieversorgung mit solar erzeugtem Strom und Wärme weckt die PVT-Anlage laut des Zulieferers großes Interesse bei Unternehmen der Region. „Wir sind besonders stolz, diese zukunftsweisende Technologie hier am Standort aufgebaut zu haben – und das auf bestehenden Strukturen ohne Unterbrechung des laufenden Betriebs“, sagte Werkleiter Joachim Wulff. Laut der Dena hat Mahle 2,4 Millionen Euro in die Anlage investiert, abzüglich einer Förderung von 426.000 Euro.

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