Kabelloses Laden Positioniersystem von Mahle wird globaler Standard

Von Automobil Industrie 2 min Lesedauer

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Der Zulieferer Mahle hat ein Positioniersystem entwickelt, mit dem ein E-Auto exakt über der Ladespule im Boden ausgerichtet werden kann. Jetzt hat die SAE das System als globale Standardlösung für kabelloses Laden gewählt.

Das Positioniersystem von Mahle für kalbelloses Laden wird zum globalen Standard. (Bild:  Mahle)
Das Positioniersystem von Mahle für kalbelloses Laden wird zum globalen Standard.
(Bild: Mahle)

Die SAE International hat das Positioniersystem von Mahle als weltweite Standardlösung für kabelloses Laden von Elektroautos gewählt. Damit wird laut Mitteilung des Zulieferers die seit zehn Jahren offene letzte Lücke in der Standardisierung von induktivem Laden geschlossen. Die herstellerübergreifende Lösung von Mahle mache den Weg frei für die schnelle Markteinführung dieser Alternative zum kabelgebundenen Laden der Batterien von E- und Hybridfahrzeugen, heißt es weiter.

Navigation für Fahrer und autonome Autos

Das Positionierverfahren DIPS (Differential-Inductive-Positioning-System) von Mahle stellt nach eigenen Angaben einen Paradigmenwechsel im Bereich der E-Mobilität dar. Es basiert auf einem magnetischen Feld und baut während der Annäherung des E-Fahrzeugs automatisch eine Verbindung mit dem angesteuerten Ladepunkt auf. Eine spezielle Navigation im Fahrzeugdisplay unterstütze Fahrer und Fahrerin, und schon stehe das Auto in der idealen Position.

Der Ladevorgang beginnt automatisch. Das funktioniere im Übrigen ebenso bei einem autonom einparkenden Fahrzeug, bei dem anstelle des Fahrers das Parksystem die erforderlichen Positionieranweisungen erhalte. Der Parkvorgang könne in einem Zug sehr einfach und reproduzierbar erfolgen. Und das auch bei ungünstigen Umweltbedingungen wie deckender Schneeschicht oder feuchtem Laub auf der Bodenplatte.

„Die Entscheidung der renommierten SAE für unsere Technik bestätigt die Systemkompetenz von Mahle auch in der Elektrifizierung. Das wird ein starker Impuls für die E-Mobilität“, sagt Arnd Franz, Vorsitzender der Konzern-Geschäftsführung und CEO von Mahle.

Zugang über Lizenzmodell

Mahle wird seine Lösung laut Mitteilung der gesamten Branche über ein Lizenzmodell unter FRAND-Bedingungen (fair, reasonable, and non-discriminatory) zugänglich machen. Schließlich müssen beim kabellosen Laden von Elektrofahrzeugen alle Komponenten, die sowohl die Infrastruktur- als auch die Fahrzeugseite betreffen, standardisiert werden. Erst dann können die Autohersteller und Infrastrukturanbieter eine Lösung auf den Markt bringen, bei der eine herstellerunabhängige Kompatibilität sichergestellt ist.

Bei der Ladeinfrastruktur setzt Mahle nach eigenen Angaben bereits seit Langem auf kabelloses Laden als eine komfortable und vielversprechende Alternative für E-Fahrzeuge. „Mit Siemens und Witricity haben wir zwei starke Partner an unserer Seite, mit denen wir das Gesamtsystem aus Ladeinfrastruktur und Fahrzeugtechnik gemeinsam vorantreiben“, erklärt Harald Straky, Leiter der Zentralen Konzernforschung und -vorausentwicklung bei Mahle.

Die breite Anwendbarkeit des Systems soll künftig auch dynamische Anwendungen ermöglichen: etwa das Laden über Induktionsspulen während der Fahrt. Auch dafür hat der Zulieferer laut Mitteilung – gemeinsam mit Electreon Wireless – den Standard formuliert.

Über SAE International

In der SAE International sind über 128.000 Ingenieure und Technologieexperten aus der Luft- und Raumfahrt-, Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie organisiert. Die SAE erarbeitet globale Technologiestandards, unter anderem auch die Standardisierung der Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Der Hauptsitz ist in den USA.

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