Fahrbericht Mazda CX-80 – Premiumklasse für Sieben

Von Julia Mauritz 3 min Lesedauer

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Der japanische Hersteller schließt mit dem CX-80 sein Modellangebot nach oben ab. Optisch und technisch ist das sechs- oder siebensitzige Crossover kein Unbekannter.

Der Mazda CX-80 wird ab Oktober an die Kunden ausgeliefert.(Bild:  Mauritz – VCG)
Der Mazda CX-80 wird ab Oktober an die Kunden ausgeliefert.
(Bild: Mauritz – VCG)

Knapp zwei Jahre nachdem das SUV CX-60 eingeführt wurde, setzt Mazda noch eine Schippe drauf und präsentiert mit dem CX-80 sein neues Flaggschiff: Erhältlich ist das 4,99 Meter lange Crossover je nach gewählter Sitzkonfiguration als Sechs- oder Siebensitzer. Preislich startet das Modell bei 55.350 Euro. So viel kostet die Variante als Plug-in-Hybrid (kurz PHEV) in der bereits üppig bestückten Ausstattungsvariante Exclusive-Line.

Sowohl optisch als auch technisch ist die enge Verwandtschaft zwischen den beiden Topmodellen von Mazda unverkennbar: Im Kern ist der elegant designte CX-80 ein CX-60 mit einem längeren Radstand und ein paar aktiven Sicherheitssystemen, die ihre Mazda-Premiere feiern: Dazu zählen ein erweiterter Notbremsassistent mit neuem Frontkollisionsschutz und ein Spurhalteassistent mit einem neuen Ausweichassistenten.

Dritte Sitzreihe: eher etwas für Jugendliche

Der größte Unterschied zwischen den beiden Topmodellen von Mazda liegt im Platzangebot für die Insassen: Das ist im CX-80 spürbar großzügiger. Der rund 25 Zentimeter längere Radstand kommt komplett den Insassen zugute. Besonders auffallend ist das in der zweiten Sitzreihe. Dazu trägt die Tatsache bei, dass sich die Sitze im CX-80 anders als beim CX-60 längs verschieben lassen – um zwölf Zentimeter.

Das erleichtert nicht nur den Einstieg in die dritte Sitzreihe, sondern kommt auch der Beinfreiheit ganz hinten zugute. Mazda wirbt damit, dass in Reihe drei zwei Personen Platz nehmen können, die bis zu 1,70 Meter groß sind. Doch angesichts der niedrigen Sitzhöhe und der folglich recht unbequemen Sitzposition ist das für Erwachsene nur bei kurzen Strecken anzuraten. Zudem muss man sowohl beim Ein- als auch beim Ausstieg schon eine gewisse Gelenkigkeit mitbringen.

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Fremdkunden im Visier

Da das Angebot an Sechs- und Siebensitzern in Deutschland mittlerweile recht überschaubar geworden ist – der japanische Hersteller hatte seinen Siebensitzer Mazda 5 in Europa vor knapp neun Jahren eingestellt – stehen die Chancen recht gut, dass Mazda manch einen Kunden von anderen Marken erobern wird. Beim CX-60 kommt immerhin gut jeder zweite Kunde von einem Fremdfabrikat. Ähnliche Ambitionen hat Mazda bei seinem Siebensitzer. Dabei schielt der Hersteller vor allem auf Kunden aus dem Premiumsegment.

In diesem Jahr zeigt sich Mazda-Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Kaplan zuversichtlich, trotz der auch bei Mazda deutlich spürbaren Kaufzurückhaltung noch 1.100 Einheiten des CX-80 auf die Straße zu bringen. Im ersten vollen Verkaufsjahr 2025 strebt er 3.500 Neuzulassungen an.

Sechszylinder-Dieselmotor im Angebot

Eine wichtige Rolle kommt gerade bei der Eroberung von Neukunden dem Dieselantrieb zu. Der Leverkusener Importeur rechnet damit, dass sich knapp 70 Prozent der Käufer dafür entscheiden werden.

Mit Blick auf das gelungene Gesamtpaket, das der mindestens 59.050 Euro teure Selbstzünder bietet, dürfte das nicht zu hoch gegriffen sein. Auf der Testfahrt konnte der längs eingebaute 187 kW/ 254 PS starke Reihensechszylinder-Diesel, der ein maximales Drehmoment von 550 Nm bietet, vollends überzeugen.

Wie der Plug-in-Hybrid ist auch er mit einem Achtgang-Automatikgetriebe gekoppelt. Wer einen kultivierten, laufruhigen und vor allem sparsamen Selbstzünder sucht, ist damit bestens bedient. Auf einer gut 100 Kilometer langen Testfahrt, die vorwiegend auf Landstraßen und kurzen Autobahnpassagen stattfand, begnügte er sich mit 4,9 Litern/100 km. Mit Blick auf die Tatsache, dass der CX-80 immerhin gut 2,1 Tonnen wiegt, kann sich dieser Verbrauch sehen lassen.

Plug-in-Hybrid: Wenig überzeugend

Weniger überzeugen konnte bei einem Praxistest der 241 kW/327 PS starke Plug-in-Hybrid mit 17,8 kWh Batteriekapazität. Schuld daran ist nicht nur die Tatsache, dass die rein elektrische Reichweite von 60 Kilometern im Wettbewerbsvergleich das Nachsehen hat. Manch ein PHEV schafft inzwischen die doppelte Strecke und ist somit bei einer typischen täglichen Pendlerdistanz von rund 30 Kilometern alltagstauglicher.

Auch die Ladeleistung ist mit 7,2 kW eher mickrig. So braucht der CX-80 PHEV an einer Wallbox knapp 2,5 Stunden, bis er wieder voll geladen ist. Schnellladesäulen kann man mit dem Crossover gar nicht ansteuern. Auch das Fahrgefühl ist mit dem Plug-in-Hybrid weniger harmonisch als mit dem Dieselantrieb. Trotz der zusätzlichen Pferdestärken quittiert er den beherzten Tritt auf das Gaspedal mit einem gequälten Aufheulen.

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