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Manueller Spurwechsel notwendig
Zeilingers Actros rollt unbeirrt über die nicht überall eindeutig markierte A 61 Richtung Rheinland. Der 40-Tonner reagiert dabei erstaunlich sanft auf die Fahrmanöver seiner Partner vor ihm. Auch in Baustellen folgt er problemlos seinem Leitwolf. „Unser Highway Pilot Connect ist ausschließlich für vierspurige Bundesstraßen und Autobahnen mit eindeutigen Markierungen ausgelegt“, erklärt Zeilinger. Während die neue E-Klasse auch den Spurwechsel autonom erledigt, ist im Actros Handarbeit gefordert. „Wir haben bewusst darauf verzichtet, auch den Spurwechsel zu automatisieren“, sagt Zeilinger. Der Fahrer wird in diesem Zukunftsszenario nicht wie von Truckern befürchtet überflüssig, sondern erhält vielmehr zusätzliche Aufgaben, so dass der Job deutlich aufgewertet wird.
Aufmerksamkeit nimmt zu
Dennoch bleibt die Befürchtung, dass der Trucker, wenn er sich um neue Aufträge kümmert oder mit dem Disponenten spricht, zu stark vom Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Zeilinger gibt Entwarnung: „Wir haben bei Platooning-Testfahrten die Hirntätigkeit der Fahrer bei Nebentätigkeiten gemessen und dabei herausgefunden, dass die Aufmerksamkeit nicht abnimmt, sondern im Gegenteil um 25 Prozent steigt.“
Geringerer Kraftstoffverbrauch
Platooning wird auch zu einer wesentlich besseren Auslastung der Infrastruktur beitragen, denn das Straßennetz wird sich nicht dramatisch vergrößern, obwohl sich der Frachtverkehr in den kommenden drei Jahrzehnten verdreifachen wird. Allein der geringere Abstand der Lastwagen untereinander ermöglicht eine effektivere Nutzung der Straßen. Drei Sattelzüge im vernetzten Verbund belegen zusammen nur 80 Meter Fahrbahn gegenüber 150 Meter im konventionellen Verkehr.
Gleichzeitig wächst die Verkehrssicherheit, denn der Verbund aus Kameras und Sensoren registriert Gefahrenpunkte deutlich früher als der Mensch und reagiert entsprechend. Und schließlich verbrauchen Trucks im Platooning weniger als „Einzelkämpfer“. Im Durchschnitt verringert sich der Treibstoffverbrauch um rund fünf Prozent. Und das macht sich dann in der Kostenkalkulation bemerkbar.
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