Smarte Produktion Das sind die Gewinner des Microsoft Intelligent Manufacturing Award

Von Thomas Günnel 4 min Lesedauer

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Microsoft und Roland Berger haben erneut den „Microsoft Intelligent Manufacturing Award“ verliehen. Den Preis erhalten Industrieunternehmen für digitale Produkte und Ansätze.

Mercedes-Benz hat den „Microsoft Intelligent Manufacturing Award“ 2024 gewonnen, für die „MO 360 Data Platform“.(Bild:  © Mercedes-Benz AG)
Mercedes-Benz hat den „Microsoft Intelligent Manufacturing Award“ 2024 gewonnen, für die „MO 360 Data Platform“.
(Bild: © Mercedes-Benz AG)

Microsoft Deutschland und die Unternehmensberatung Roland Berger haben zum fünften Mal Konzepte für die Fertigungsindustrie ausgezeichnet. Der „Microsoft Intelligent Manufacturing Award“, MIMA, war offen für Industrieunternehmen aus Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Er zeichnet digitale Produkte und Ansätze in der Fertigungs-, Prozess-, Bau- oder Automobilindustrie aus.

Plattform für eine effiziente, resiliente und nachhaltige Automobilproduktion

Der Gesamtsieg beim Microsoft Intelligent Manufacturing Award 2024 geht an Mercedes-Benz und die „MO360 Data Platform“. Sie ist eine Weiterentwicklung des digitalen Produktions-Ökosystems MO360 des Autoherstellers. Teams können damit laut Mercedes potenzielle Engpässe in der Lieferkette schneller erkennen und Produktionsressourcen für die zu produzierenden Fahrzeuge dynamisch priorisieren.

Die einheitliche Datenplattform basiert auf Microsoft Azure. In der Begründung der Jury für die Auszeichnung als Gesamtsieger heißt es laut einer Mitteilung: „Die Lösung demokratisiert Daten nicht nur durch die Vereinfachung und Standardisierung des Datenzugriffs über einen Self-Service-Datenmarktplatz, sondern auch dadurch, dass sie die Digitalisierung 'von unten nach oben' vorantreibt und auf allen Ebenen Begeisterung auslöst.“

Nachhaltige Batterieproduktion

Der schwedische Batteriehersteller Northvolt hat die Jury mit seinem „Particle Trap System“ in der Kategorie „Innovate!“ überzeugt. Um die technische Sauberkeit zu überwachen kombiniert das System verfahrenstechnische Verbesserungen, eine benutzerfreundliche App und weitere Technologien. Mit Hilfe der Plattform hat Northvolt laut Mitteilung „in bemerkenswert kurzer Zeit fortschrittliche Analysefunktionen, ein KI-Klassifizierungsmodell für Bilderkennung, Microsoft Copilot und ChatGPT nahtlos integriert“. Im Ergebnis wurde die Batterieproduktion von Northvolt deutlich nachhaltiger.

Adaptive Werkerassistenz für individuelle Montage-Anleitungen

Das Dortmunder Unternehmen „Wilo SE“ hat mit seiner adaptiven Werkerassistenz in der Kategorie „Add Value!“ gewonnen. Das Unternehmen setzt das Assistenzsystem in der Smart Factory des Unternehmens ein, in der es Pumpen und Pumpensysteme produziert. Das Assistenzsystem liefert den Beschäftigten über Bildschirme präzise Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Montage von 12.000 Produktvarianten – und stellt sich dabei individuell auf jede Person ein. Das heißt: Je geübter eine Produktionskraft und je geringer ihre Fehlerquote ist, desto komprimierter stellt das System die Inhalte dar. Augmented-Reality-Technologie vereinfacht das Anwenden der adaptiven Werkerassistenz. „Ihre Einführung verkürzt die Einarbeitungszeit neuer Mitarbeitender, ermöglicht einen flexibleren Einsatz und verbessert Qualität und Produktivität“, teilen Microsoft und Roland Berger mit.

Auf dem Weg zur autonomen Zellstofffabrik

Nicht alle Award-Gewinner haben etwas mit der Automobilbranche zu tun. Der Geschäftsbereich „Pulp & Paper“ des in Österreich ansässigen Technologiekonzerns Andritz etwa liefert nachhaltige Technologien, Automatisierungs- und Serviceprodukte für das Erzeugen aller Arten von Faserstoffen, Tissue, Papier und Karton. Gewonnen hat das Unternehmen in der Kategorie „Disrupt!“ mit einer modularen und KI-gestützten Plattform für die „Lights-out“-Zellstofffabrik von morgen. „Signifikante Produktionssteigerungen der mit der Lösung ausgerüsteten Fabriken bestätigen das Potenzial“, teilten die Veranstalter des Awards mit.

Weniger Lebensmittelabfälle und Energieverbrauch in Supermärkten

Mit der Azure-basierten Plattform „Alsense“ des dänischen Unternehmens Danfoss können Lebensmitteleinzelhändlern und ihre Zulieferer ihre Filialen datenbasiert effizient und ressourcenschonend verwalten. Alsense automatisiert und priorisiert dafür Aufgaben zum Beispiel der Systemwartung, Energie-Überwachung oder Lebensmittelsicherheit direkt in der Cloud. Darüber hinaus bietet die Plattform Monitoring, Ferndiagnosen und Remote-Eingriffe. Laut einer Mitteilung lassen sich mit der Nutzung von Alsense Lebensmittelabfälle um bis zu 30 Prozent und der Energieverbrauch um zwölf Prozent reduzieren.“ Nachhaltig genug, um in der Kategorie „Sustainability!“ zu gewinnen.

Echtzeit-Stickstoff-Überwachung

Der Ansatz „Smart Return Agriculture“ von Malvern Panalytical kombiniert einen VIS-NIR-Sensor mit cloudbasierter künstlicher Intelligenz. „VIS-NIS“ steht für „visible-near infrared spectroskopy“ und bezieht sich auf den Erfassungsbereich der Sensoren: sichtbares Licht zwischen 400 und 700 Nanometer und Nah-Infrarot-Licht zwischen 700 und 1.400 Nanometer.

Das Unternehmen erfasst damit in Echtzeit den Stickstoffgehalt von Blättern und Böden, das Auftreten von Krankheiten und die Reife der Früchte. Pflanzenproduzenten können damit laut Mitteilung den Stickstoffgehalt präzise überwachen und die Düngermengen entsprechend anpassen. Am Beispiel eines Bananenanbauers sank mittels Echtzeit-Anpassungen bei der Stickstoffausbringung die Düngermenge laut Mitteilung um 20 bis 30 Prozent. Die Jury überzeugte das in der Kategorie „Scale!“.

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Über den Microsoft Intelligent Manufacturing Award

Unternehmen konnten sich für den MIMA bewerben in den Kategorien:

  • Innovate!
  • Scale!
  • Add Value!
  • Disrupt!
  • und Sustainability!

Das MIMA Advisory Board wählte am Ende je Kategorie einen Gewinner und den Gesamtsieger. Nach der ersten Auswahlrunde konnten 15 Finalisten ihre Projekte im Rahmen eines Pitches vor einer Jury aus Industrie und Wissenschaft vorstellen. Die sechs am Ende prämierten Projekte sind innovativ und haben nach Überzeugung der Jury das Potenzial, den digitalen Wandel in der gesamten Branche voranzutreiben.

Live-Event mit exklusiver Werksführung

Treffen Sie die Produktionsexperten der Automobilindustrie

Smart Factory Day

Im Mittelpunkt des Smart Factory Day stehen Effizienz und Nachhaltigkeit im Werk, digitale Prozesse, Maschinelles Lernen, KI, Kreislaufwirtschaft, Cybersicherheit und Environmental Social Governance. Freuen Sie sich auf einen fundierten fachlichen Austausch mit Top-Referenten von Zulieferern, Automobilherstellern, Entwicklungsdienstleistern und Start-ups. Diskutieren Sie mit!

Erleben Sie außerdem die Faszination Nutzfahrzeug hautnah: Nutzen Sie die Möglichkeit, Mercedes-Benz Trucks in der hochmodernen Produktionsstätte von Daimler Truck im Werk Wörth kennenzulernen.

Der MIMA Champions Circle

Neben den sechs ausgezeichneten Unternehmen ziehen acht weitere Finalisten des diesjährigen Wettbewerbs in den „MIMA Champions Circle“ ein:

  • Alfa Laval: AI enabled sales accelerator for ‘Energy Hunter’
  • Buhler Group: Artificial intelligent optical sorting machine
  • Halma: Project SideKick – GenAI for customer service
  • Heidelberg Materials: Generative AI integration into root cause failure analysis (RCFA)
  • Kongsberg Digital: Revolutionizing asset insight with the Kognitwin Asset Copilot
  • McLaren: McLaren vehicle testing intelligence
  • Siemens: Data Driven-X
  • Volkswagen Navarra: Smart heating

Gemeinsam mit den Gewinnern des MIMA 2024 werden sie damit laut Microsoft und Roland Berger Teil einer exklusiven Netzwerkplattform für technologisch führende Unternehmen der Fertigungsindustrie. Sie besteht aus allen Finalisten der vergangenen Jahre.

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