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Republik Moldau

Moldau rückt in den Fokus der Automobil-Zulieferindustrie

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Moldauische Führungskräfte: sprachkundig und weltoffen

Da auch andere Firmen wie der amerikanische Innenausstatter Lear und der deutsche Bordnetzhersteller Leoni dem Vorbild Dräxlmaiers folgten, erlebte Moldau als Industrieland eine Aufwertung. Als aktuelles Ansiedlungsbeispiel gilt der österreichische Zulieferer Gebauer und Griller: Der Hersteller für Kabel, Leitungen und Kabelsätze möche in Balti schon bis Ende 2012 ein Werk einweihen. Die Vorteile des Standorts liegen für Martin Zwotzl, Vertriebsleiter Automotive bei Gebauer und Griller, auf der Hand: "Wir finden in der Republik Moldau gute Rahmenbedingungen sowie motivierte und engagierte Mitarbeiter mit sehr guten Fremdsprachenkenntnissen, also ideale Voraussetzungen für eine stärkere internationale Verflechtung der Produktion."

Der Produktionsaufbau stärkt die moldauischen Führungskräfte: sprachkundig und weltoffen, ermöglichen sie eine günstige Produktion unter hohen Anforderungen; häufig auch ohne die Entsendung teurer ausländischer Experten. Die Republik Moldau rangiert hinsichtlich des Bildungsgrades seiner Bürger unter den ersten europäischen Standorten. Hinzu kommt der Vorteil der Doppelmuttersprachen Rumänisch und Russisch. Die heimischen Arbeitskräfte eignen sich aufgrund dieser bilingualen Erziehung wesentlich schneller die Sprachen ihrer ausländischen Arbeitgeber an. Bei durchschnittlichen Wachstumsraten von über fünf Prozent der Gesamtwirtschaft lockt die Regierung außerdem weiterhin mit günstigen Steuern. Die Körperschaftssteuer, die konstant bei zwölf Prozent liegt, ist eine der niedrigsten in Europa.

Mit der erst langfristigen Beitrittsperspektive zur EU wird das Land noch mindestens ein Jahrzehnt diese günstigen Konditionen anbieten können. Moldau will die Fehler Rumäniens und Serbiens nicht wiederholen, die den Zuzug kostenminimierender deutscher Konzerne nur über sich ergehen ließen und nicht mitgestalteten. Die Chance zur Reindustrialisierung bekommt ein solches Land nur einmal. Daher wird man beobachten müssen, ob die derzeit reformfreudige, westlich und marktwirtschaftlich orientierte Regierung eine straffe Industriepolitik vorantreibt.

Martin Zwotzl ist optimistisch gestimmt: "Alle Experten sind sich einig, dass das Land ein großes Potenzial hat. Wir sehen hier einen interessanten Standort mit Zukunftsperspektiven für die automobile Zulieferindustrie."

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