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Republik Moldau Moldau rückt in den Fokus der Automobil-Zulieferindustrie

| Autor / Redakteur: Hans-Gerd Spellken / Christian Otto

In der Republik Moldau wächst langsam, aber stetig ein neuer Standort für die internationale Automobilproduktion heran. Geringe Lohnkosten und der hohe Bildungsgrad der dortigen Arbeitskräfte wecken das Interesse westeuropäischer Zulieferer.

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Die Republik Moldau zieht vermehrt internationale Investoren an. Freihandelszonen, niedrige Steuern und gut ausgebildete Arbeitskräfte sind gerade für Automobilzulieferer interessant.
Die Republik Moldau zieht vermehrt internationale Investoren an. Freihandelszonen, niedrige Steuern und gut ausgebildete Arbeitskräfte sind gerade für Automobilzulieferer interessant.
(Fotolia)

Die noch weitgehend unbekannte Republik Moldau lockt immer mehr Investoren an. Während diese in den neunziger Jahren aus der Bekleidungsindustrie kamen, sind es heute Lieferanten von OEMs wie BMW oder Audi. Bei der Standortwahl im Ausland suchen Bekleidungshersteller wie Automobilzulieferer nach ähnlichen Vorteilen: Der Faktor Lohn ist dominierend, und das Kapital für Maschinen und Logistik sollte bei relativ niedrigen Transportkosten austauschbar bleiben. So wird die Fertigkeit der Menschen zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor: Beherrschen sie moderne Warenwirtschaft? Haben sie eine gute Ausbildung und technisches Geschick? Können sie sich auf eine hohe Taktzahl bei gleichzeitig strenger Qualitätskontrolle einstellen?

Beim Bildungsniveau der Bevölkerung mit weiterführendem Bildungsabschluss rangiert die Republik Moldau auf einem der vorderen Plätze im weltweiten Vergleich.
Beim Bildungsniveau der Bevölkerung mit weiterführendem Bildungsabschluss rangiert die Republik Moldau auf einem der vorderen Plätze im weltweiten Vergleich.
(Unesco Institute for Statistics)

All dies fanden Bekleidungsunternehmen aus Italien, Deutschland, Kanada und den USA schon vor 20 Jahren in Moldau vor. Das Land hatte jahrzehntelange Erfahrungen durch sein Netz von Baumwollwebereien und Nähereien. Die sogenannte Lohnveredelung erleichterte die reine Lohnfertigung, bei der die Materialien international eingekauft sowie zollfrei eingeführt und das produzierte Bekleidungsstück dann wieder kostenlos exportiert werden konnte. Tausende Arbeitsplätze in relativ modernen Nähfabriken entstanden.

Nach der Bekleidungsindustrie kam seit Mitte der neunziger Jahre die Automobilindustrie. Pionier war Dräxlmaier. Der Familienkonzern aus dem niederbayerischen Vilsbiburg war schon in Rumänien und Serbien aktiv. In Moldau überzeugte das Unternehmen sehr schnell Ministerien und Förderer. Diese Unterstützung führte in der nördlich gelegenen Stadt Balti zum raschen Aufbau einer Freihandelszone, in der der Zulieferer ein Produktionszentrum errichtete. Es folgte eine Einstellungswelle, die bis tief in die ländlichen Gebiete drang.

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