Natürlicher Leichtbau

Nachhaltige Werkstoffe effizient fertigen

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Funktionsintegration umgesetzt

Ein wesentlicher Baustein der Leichtbaustrategie von IAC ist die Kombination von Funktion und Verkleidung. Beispiele für eine solche Funktionsintegration finden sich unter anderem in Akustiklösungen, die der Zulieferer für Dachhimmel oder Instrumententafelverkleidungen bereits realisiert hat. Die Verkleidung der Opel-Corsa-Instrumententafel beispielsweise bietet eine zusätzliche Akustikabsorption und ersetzt ein Spritzgussteil mit zugehörigem Dämmvlies. Sie ist 40 Prozent leichter als das Polypropylen-Spritzgussteil. Die IAC-interne Akustikexpertise und Prüfmöglichkeiten des Geschäftsbereichs Soft Trim unterstützen die Realisierung solcher Funktionsintegrationen.

Prototyp einer Armauflage aus Naturfaser-Polypropylen, hergestellt im Hybridfleece-Molding-Verfahren.
Prototyp einer Armauflage aus Naturfaser-Polypropylen, hergestellt im Hybridfleece-Molding-Verfahren.
(Foto: IAC)

In dem neu entwickelten Hybridfleece-Molding-Prozess formt und hinterspritzt IAC Mischvliese mit Naturfaser-, Glas- oder synthetischer Faserverstärkung. Dabei kombiniert das Unternehmen mit Pressformen und Spritzguss zwei Fertigungsprozesse. Im Vergleich zu konventionell hergestellten Kunststoffkomponenten sind Hybridfleece-Molding-Produkte bis zu 50 Prozent leichter, bei gleichbleibender Steifigkeit und Funktionalität. Auch hier nutzt IAC seine Fertigungstiefe durch maßgeschneiderte sowie eigens entwickelte und gefertigte Trägervlies-Halbzeuge (siehe Foto rechts: Prototyp einer Armauflage).

Slush-Molding-Verfahren weltweit

Die Leichtbauanwendungen kann IAC an Fertigungsstandorte weltweit übertragen. Das patentierte Slush-Verfahren FastKast beispielsweise wurde ursprünglich im bayerischen Ebersberg entwickelt und ist heute unter anderem in Bals/Rumänien, Logroño/Spanien und Chongqing/China in der Komponentenproduktion für Ford im Einsatz. Der besonders niedrige Energie- und Materialverbrauch des FastKast-Prozesses ist ein wesentlicher Vorteil in punkto Nachhaltigkeit. Nun lassen sich in einem einzigen Prozess Oberflächen in zwei Farbtönen herstellen. Damit steigt die Anwendungsvielfalt. In dem FastKast-Verfahren entstehen hochwertige Oberflächen zum Beispiel aus thermoplastischem Polyurethan oder Polyvinyl-Chlorid-Kunststoffen. Im Vergleich zu dem Ergebnis eines herkömmlichen Slush-Prozesses verfügen die FastKast-Oberflächen über gleichmäßige, dünnere Wandstärken und ein reduziertes Bauteilgewicht. FastKast-Oberflächen finden sich beispielsweise in der Verkleidung der Instrumententafel des Ford B-Max wieder.

Fritz Schweindl ist Director Adanced Development für Europa, IAC

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