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Natürlicher Leichtbau Nachhaltige Werkstoffe effizient fertigen

| Autor / Redakteur: Fritz Schweindl / Michael Ziegler

Leichtbau und Nachhaltigkeit sind kein Widerspruch, denn viele nachhaltige Werkstoffe sind von Natur aus leicht. Die Herausforderung liegt in einem effizienten Fertigungsprozess. Der Innenraumspezialist IAC beschäftigt sich damit bereits in der Entwicklung.

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Die Ford B-Max Handschuhfachablage von IAC besteht aus einem Polypropylen-Sisal-Compound.
Die Ford B-Max Handschuhfachablage von IAC besteht aus einem Polypropylen-Sisal-Compound.
(Foto: IAC)

Es gibt viele verschiedene Ansätze für Leichtbau. International Automotive Components (IAC), ein Zulieferer von Innenraumkomponenten und -systemen, beschäftigt sich bereits in der frühen Bauteilentwicklung mit dem Thema, zum Beispiel hinsichtlich Funktionsintegration oder mit einer gezielten Materialauswahl. So lässt sich das Bauteilgewicht effektiv reduzieren mithilfe von Sandwichaufbauten oder der Kombinationen aus nachwachsenden Rohstoffen und Faserverstärkungen sowie mit neuartigen Produktionsprozessen, darunter das Hybridfleece Molding. Dabei stehen Entwicklung und Produktion ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Ein Beispiel ist das Muster einer Handschuhfachablage, gefertigt aus einem neu entwickelten Polypropylen-Sisal-Compound. Im Rahmen eines dreijährigen Forschungsprojekts wurden Materialmodelle zur Simulation von Crash- und Fließverhalten eines naturfaserverstärkten Kunststoff-Verbundwerkstoffs entwickelt. Das Projekt lief unter der Leitung des Ford Forschungszentrums in Aachen, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) sowie durch die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Natürliche Werkstoffe im Interieur: Wabensandwich aus Bioharz-Naturfaser-Papierwaben.
Natürliche Werkstoffe im Interieur: Wabensandwich aus Bioharz-Naturfaser-Papierwaben.
(Foto: IAC)

Ein weiteres Beispiel für nachhaltige Werkstoffe im Interieur ist ein naturfaserverstärkter Sandwichaufbau von IAC. Dabei werden Deckschichten aus Naturfasermatten mit Bioharzbinder und Wabenplatten aus recyceltem Papier in einem Standard-Duroplast-Pressverfahren zu einem Leichtbausandwich kombiniert. Der so entstehende Verbundwerkstoff ersetzt herkömmliche Polyurethan-Glasfaser-Systeme und lässt sich unter anderem als Ladeboden oder Hutablage verbauen.

Neue Werkstoffe, bestehende Prozesse

Nachhaltige Materialien sind fast immer auch Leichtbauwerkstoffe. Neben der passenden Materialkombination gilt es, entsprechende Fertigungsverfahren zu entwickeln, um die Leichtbaukomponenten in Serie zu produzieren. Ziel ist es, bereits bestehende Standardprozesse zu nutzen und an die neuen Werkstoffe anzupassen. So lassen sich hohe Anschaffungskosten für neue Anlagen vermeiden.

IAC verfolgt das Prinzip der vertikalen Integration, also die Integration von vor- oder nachgelagerten Fertigungsstufen in die eigene Wertschöpfung. Diese reicht von der eigenen Rohmaterialherstellung und Compoundierung (darunter die Inhouse-Fertigung von Dekormaterialien wie Tuft und Dilours sowie Trägervliesen aus Natur- und Mischfasern) bis zum eigenen Anlagen- und Werkzeugbau, wie FastKast-Slush-, Naturfaser-, Kaschier- und Schweißanlagen.

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