Magna Steyr Nachhaltigkeit mit CULT
Wolfgang Kriegler, Leiter Vorentwicklung der Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG, stellte beim „Würzburger Leichtbaugipfel“ 2012 ein Fahrzeugkonzept namens CULT vor. Ein Primärziel des Projektes ist die Senkung des CO2-Ausstoßes. Ein wichtiges Instrument dafür ist auch für Magna gelebter Leichtbau.
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Die Anforderungen an das Automobil sind vielfältig. Für Wolfgang Kriegler sind CO2-Emission, Kundennutzen sowie die Gesetzgeber die Haupttreiber einer höheren Nachhaltigkeit. Vor diesem Hintergrund hat der Zulieferer ein Fahrzeugprojekt namens CULT ins Leben gerufen. Das Kürzel steht für „Cars´ UltraLight Technologies“. Die Ziele der Vorentwicklung von Magna waren klar: „Wir wollten ein Fahrzeug mit einem Gewicht bis maximal 600 Kilogramm sowie einen CO2-Ausstoß der kleiner als 50 g/km ist.“, sagt Kriegler. Das Projekt wird vom Land Österreich gefördert.
Umsetzung und Stellhebel
Leichtbau ist ein wesentliches Element, um die anvisierten Ziele zu erreichen. Gewichtseinsparungen gelingen dabei durch Leichtbau im Interieur, bei der Karosserie, in den Anbauteilen und beim Achssystem. So will der Zulieferer einen niedrigeren CO2-Wert ermöglichen: „Wir stehen aktuell bei 640 kg. Das Ziel ist noch nicht ganz erreicht.“, räumt Kriegler ein.
Doch auch der Antrieb spielt eine wichtige Rolle: „Wir kamen zur Erkenntnis, dass es mit Leichtbau allein nicht geht. Auch der Antrieb ist wichtig.“. Magna setzt dabei auf CNG, also komprimiertes Biogas, das 25 Prozent weniger CO2 emittiert als Benzin. CNG ist eine gezielt ausgewählte Alternative zum Elektroantrieb. Kriegler weiß, dass das Biogas in der Industrie noch nicht hoch angesetzt ist. Doch er prognostiziert: „Die Zeit wird kommen und ich sehe ein hohes Potenzial dafür.“
Das im CULT verwendete Werkstoffkonzept, unterstreicht den Leichtbauansatz: „Wir haben überwiegend Aluminium eingesetzt.“ Einen kleineren Anteil nehmen Stahl und Kunststoffe ein.
Nachhaltigkeit und Herausforderungen
Beim Thema Nachhaltigkeit betrachtet Magna den gesamten Produktlebenszyklus. Der CULT erreichte im Vergleich zu aktuellen Fahrzeugen in der gleichen Gewichtsklasse beste Werte bei der Ökobilanz und den Kosten. Die Herausforderung ist es, das Konzept in hohen Stückzahlen umzusetzen. Insbesondere die Herstellung der Leichtbauteile müsse prozesssicher und finanzierbar werden. Das Fahrzeug ist in seiner Entwicklung zurzeit bei 60 Prozent angelangt. Doch Kriegler betont: „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das Ziel erreichen. Man muss das Fahrzeug ganzheitlich begreifen. Leichtbau ist dabei eine Schlüsseltechnologie.“
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