Im Interview: Johann Wolf „Nächster Schritt: CFK in der Karosserie-Außenhaut“

Redakteur: Claus-Peter Köth

Die Mitarbeiter der CFK-Fertigung bei BMW bereiten sich auf den Serienstart des i3 vor. Für Johann Wolf, Technologieleiter CFK und zugleich verantwortlich für das Exterieur der i-Modelle, steht aktuell die Absicherung der Prozesse im Mittelpunkt. Doch der nächste Schritt ist schon geplant: CFK für die Karosserie-Außenhaut.

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Johann Wolf ist Technologieleiter CFK im BMW-Werk Landshut. Zusätzlich ist er verantwortlih für das Exterieur der künftigen BMW-i-Modelle.
Johann Wolf ist Technologieleiter CFK im BMW-Werk Landshut. Zusätzlich ist er verantwortlih für das Exterieur der künftigen BMW-i-Modelle.
(BMW)

Herr Wolf, wie geht es in der CFK-Fertigung voran?

Die Einzelteile-Fertigung für die Fahrgastzelle, die wir in Landshut aufgebaut haben, läuft seit Herbst 2011. Unsere aktuelle Prozesse sind mit denen der Serie vergleichbar. Momentan produzieren wir Teile für Erprobungsfahrzeuge verschiedenster Art.

Wie sieht der Zeitplan ab jetzt bis zum Serienanlauf aus?

Unser Zeitplan ist absolut vergleichbar mit dem eines jeden anderen Modellprojekts von BMW: gleiche Phasen, gleiche Taktung. In den nächsten Monaten werden wir noch Teile für Prozessbestätigungsfahrzeuge herstellen, danach geht es in den Schlussspurt. Dann stehen das Feintuning der Prozesse und ihre Absicherung im Mittelpunkt.

Alles im Zeit- und Kostenplan?

Wir sind voll und ganz im Zeit- und Kostenplan. Kosten sind im Automobilbau immer ein Thema. Da gibt es keine Ausnahmen. CFK ist ein Werkstoff, den wir gerade erstmals in der Großserie einsetzen. Wir werden uns weitere Kostenpotenziale erschließen, indem wir unsere Prozesse optimieren und die Stückzahlen sukzessive steigern werden.

Was sind die größten technischen Herausforderungen in den neuen CFK-Fertigungen in Wackersdort und Landshut?

Wir arbeiten mit neuem Material, sowie neuen Prozessen und Verfahren in einer völlig neuen Produktionswelt. All das gilt es parallel zu entwickeln, in Hardware darzustellen und abzusichern. Diese Parallelität ist die größte Herausforderung. Es erfordert eine äußerst intensive Zusammenarbeit zwischen Produktion, Entwicklung, Qualitätsmanagement und Einkauf.

Was werden die nächsten großen Entwicklungsschritte bei der CFK-Technik sein?

Zum einen der Einsatz von CFK in der Karosserie-Außenhaut. Zum anderen gilt es, die Möglichkeiten des Werkstoffs noch besser zu nutzen.

CFK-Teile entstehen erst im Umformprozess, bei der Imprägnierung der Carbonfasergelege mit Harz. Ist die Maßhaltigkeit problematisch?

Von der Maßgenauigkeit her arbeiten wir nach den gleich hohen Präzisionsvorgaben wie unsere Kollegen im klassischen Karosseriebau. Wir tun uns mit CFK wider Erwarten sogar ein bisschen leichter, denn CFK ist steifer als alle Metalle.

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