Peugeot erweitert sein Portfolio um das Crossover-Modell 408. Beim Design zeigen sich die Franzosen recht progressiv. Beim Antrieb bleiben sie zunächst noch konservativ und lassen sich mit der BEV-Variante Zeit.
Peugeot positioniert den neuen 408 am „oberen Ende des C-Segments“.
(Bild: Peugeot)
Geht es um elegante Coupés, fiel früher gern einmal der Name Peugeot. Manch einer dürfte sich an den 504 erinnern, den es auch als auch Cabriolet gab. Oder auch an das schlanke 406-Coupé, gezeichnet von Pininfarina. Als stilistische Entgleisung galt lediglich das hausintern gezeichnete 407-Coupé. Kritiker attestierten dem Modell schlechte Proportionen und ein optisches Übergewicht. Chic und Charme fehlten völlig.
Auf Letzteres besinnt sich die Löwenmarke nun mit dem zu Preisen ab rund 38.800 Euro erhältlichen neuen 408. Das Coupé soll wieder Blicke auf sich ziehen, französische Avantgarde ausstrahlen und deutlich aus der restlichen Palette herausstechen. Peugeot positioniert den 408 nach eigenen Aussagen am „oberen Ende des C-Segments“. Das ist natürlich ein Marketing-Trick, denn das Modell gehört mit 4,69 Metern eher in die Mittelklasse. Ein 508 ist nur wenige Zentimeter länger.
Technisch wiederum basiert der neue 408 auf der EMP2-Architektur, wie sie auch unter der Kompakt-Baureihe 308 steckt. Das sparte eine Menge Geld in der Entwicklung. Die Plattform ist so flexibel, dass sich der Radstand etwas strecken und die Bodenfreiheit leicht erhöhen lässt – und schon passt eine größere Karosserie drauf.
Vollelektrische Version soll 2024 kommen
Der 408 gehört zur Gattung der Crossover und ist in diesem Fall ein Mix aus sportlichem SUV und Coupé-Limousine. Ungewöhnlich: Peugeot spricht neudeutsch vom „Fastback-Look“, eine Bezeichnung, die man eher vom Ford Mustang her kennt. „Der 408 ist das erste Fahrzeug seiner Art, sowohl in der Geschichte der Marke als auch auf dem Automarkt“, sagt Peugeot-Marken-Chefin Linda Jackson, „er wurde für Autoliebhaber konzipiert, die sich vom Traditionellen lösen wollen.“
Recht traditionell bleibt der 408 jedoch in Bezug auf seine Motorisierungen. Eine vollelektrische Version kommt erst Anfang 2024. Eine Teil-Elektrifizierung erfolgt im kommenden Frühjahr zunächst mit einem Plug-in-Hybrid, eine zweite, schwächere Version folgt kurz nach Markteinführung. Sie stammen aus dem Konzernbaukasten von PSA, beziehungsweise Stellantis, wie das Marken-Konglomerat seit Anfang 2021 heißt.
Plug-in-Hybride fahren etwa 64 Kilometer elektrisch
Die Plug-in-Hybride haben entweder 132 kW/180 PS oder 165 kW/225 PS und sind mit einer Achtgangautomatik gekoppelt. Diese Antriebe gibt es bereits in diversen Modellen von Peugeot, Citroën, DS und Opel, inklusive der im Heck untergebrachten Batterie mit einer Kapazität von 12,4 kWh. Damit liegt auch die elektrische Reichweite auf einem ähnlichen Niveau, sie soll im WLTP-Zyklus 64 Kilometer betragen.
In diesem Fahrmodus strahlt der neue 408 natürlich die meiste Ruhe und den größten Komfort aus. Der Elektromotor leistet immerhin 81 kW oder 110 PS. Aber auch wenn sich der Vierzylinder-Benziner ins Spiel bringt (zu merken ist davon fast nichts), hinterlässt der 408 einen harmonischen und angenehmen Eindruck. Er will ruhig gefahren werden und mimt nicht den Sportler, mit dem es stets dynamisch um die Kurve gehen muss. Bei der heutigen Verkehrsdichte eindeutig der intelligentere Weg.
Wer mit Elektrifizierung nichts am Hut oder nicht die Möglichkeit hat, zu Hause oder in der Firma zu laden, kann den 408 auch mit einem Dreizylinder-Turbobenziner bekommen. Dieser leistet 95 kW/131 PS. Freunde des Dieselmotors bedient Peugeot beim 408 nicht, was manchen Langstreckenfahrer enttäuschen dürfte.
Nicht groß umstellen müssen sich hinter dem Lenkrad zumindest Fahrer von anderen Modellen der Löwen-Marke. Auch im 408 halten die Peugeot-Designer am charakteristischen i-Cockpit fest, das bereits seit zehn Jahren auf dem Markt und seitdem über neun Millionen Mal eingebaut wurde. Beim i-Cockpit liegen die Anzeigen oberhalb des Lenkradkranzes. Das Lenkrad ist dadurch deutlich kleiner als bei anderen Autos. Wirkliche Vorteile im Alltag bietet diese Anordnung jedoch nicht. Grandios dagegen sind die superbequemen, mit dem AGR-Label ausgezeichneten Sitze.
Die Hauptrolle im Innenraum spielt erwartungsgemäß der große Touchscreen in der Armaturenbrettmitte. Tom Tom übernimmt die Navigation in Echtzeit, das Smartphone lässt sich kabellos integrieren, der Befehl „Ok Peugeot“ startet die Sprachbedienung und die Aktualisierung des Systems erfolgt „over the air“. Eine Sim-Karte ist fest verbaut. Eine smarte Erfindung ist die Reihe an sogenannten I-Toggles (Touchflächen) unterhalb des Bildschirmes. Die Belegung dieser Felder ist konfigurierbar, ob für Klima, Telefon, Radiosender oder eine andere Option.
Stand: 08.12.2025
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Die beiden Rücksitzlehnen lassen sich selbstverständlich umklappen (40-60er-Aufteilung) und erweitern das Ladevolumen von 536 Litern auf 1.611 Liter, einschließlich 36 Liter Staufach unter dem Kofferraumboden. Das gilt aber nur für die Basisversion mit Verbrennungsmotor. Bei den Plug-in-Hybriden nimmt die Batterie deutlich Platz weg, das Volumen sinkt auf 471 und 1.545 Liter.
Preise starten bei 38.800 Euro
Die moderne EMP2-Architektur schafft nicht nur die Voraussetzung für die Elektrifizierung des Antriebs, sondern ist auch Basis für ein ganzes Bündel an Fahrerassistenzsystemen. Bis zu 30 Features sind möglich. Sie alle erhalten ihre Informationen von sechs Kameras und neun Radargeräten. Darüber hinaus wird Peugeot noch ein sogenanntes Drive-Assist-2.0-Paket anbieten, das teilautonomes Fahren ermöglicht.
Der 408 startet zu Preisen ab 38.800 Euro in der mittleren Ausstattung „Allure Pack“. Hier zählen unter anderem Frontkollisionswarner, schlüsselfreier Zugang, Zehn-Zoll-Touchscreen, Navigation, Rückfahrkamera, Querverkehrswarner hinten, Spurhalte- und Totwinkel-Assistent sowie die Verkehrsschilderkennung zur Serienausstattung. Deutlich teurer wird die Plug-in-Version 225 E-EAT8. Sie beginnt bei 51.050 Euro, beinhaltet aber auch die höchste Ausstattungslinie „GT“.