Autosalon 2026 Neuheiten und Premieren des Autosalon Paris

Aktualisiert am 12.10.2026 Von Holger Holzer/SP-X 5 min Lesedauer

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Der Pariser Autosalon zählt wieder zu den wichtigsten europäischen Automessen. Besonders zwei kleine Stadt-Stromer dürften für Interesse sorgen.

Ganz neu und doch typisch Ente: So soll der neue 2CV in spätestens zwei Jahren anrollen.(Bild:  Citroën)
Ganz neu und doch typisch Ente: So soll der neue 2CV in spätestens zwei Jahren anrollen.
(Bild: Citroën)

Retro trifft Elektro, Kleinwagen auf große SUV: Der Pariser Autosalon (12. bis 18. Oktober) bietet in diesem Jahr wieder eine bunte Mischung an Neuheiten. Vor allem europäische Hersteller nutzen die Messe für Premieren, daneben bauen chinesische Marken ihre Präsenz weiter aus.

Zu den zugkräftigsten Neuheiten dürfte der Ausblick auf die Neuauflage der „Ente“ von Citroën zählen. Die Franzosen wollen den Geist des legendären 2CV neu interpretieren, zentrale Ideen wie geringes Gewicht, einfache Technik, hohe Alltagstauglichkeit und einen möglichst niedrigen Preis in die nahe Zukunft übertragen. Das Serienmodell könnte im Jahr 2028 zu Preisen um die 15.000 Euro starten.

Weltpremieren von Hyundai und Smart

Ebenfalls einen Fokus auf günstige Mobilität in der Stadt legt die Weltpremiere von Smart. Die von Mercedes und Geely betriebene Marke zeigt erstmals den neuen #2, der als elektrischer Zweisitzer die Nachfolge des früheren Fortwo antreten soll. Damit kehrt die Marke nach mehreren deutlich größeren SUV-Modellen wieder in das Segment zurück, mit dem sie ursprünglich bekannt geworden ist.

Optisch und konzeptionell knüpft der City-Zwerg eng an den 2024 eingestellten Fortwo an, soll mit moderner Technik aber deutlich mehr Alltagstauglichkeit bieten. Auch preislich bleibt Smart auf dem Boden: Los geht es bei 19.990 Euro. Eine neue Fünflenker-Einzelradaufhängung an der Hinterachse soll zusammen mit dem niedrigen Schwerpunkt und einer direkt ausgelegten Lenkung für ein agileres Fahrverhalten sorgen, ohne den Komfort zu vernachlässigen.

Auch Hyundai hat eine Weltpremiere angekündigt: Die Koreaner stellen in Paris den neuen Bayon vor. Das kleine SUV wird größer und damit neu positioniert. Die zweite Generation des Bayon misst 4,25 Meter und legt damit gegenüber dem Vorgänger um 6,5 Zentimeter zu. In der Breite wächst er um 3,5 Zentimeter auf 1,81 Meter, in der Höhe je nach Bereifung um bis zu 7 Zentimeter auf maximal 1,57 Meter. Der Radstand bleibt mit nun 2,60 Metern nahezu unverändert. Damit grenzt sich der Bayon künftig klarer vom 4,07 Meter langen i20 ab.

Auch im Innenraum orientiert sich der Bayon stärker an größeren Modellen. Zur Ausstattung zählen je nach Variante zwei gebogen angeordnete 12,3-Zoll-Bildschirme und weitere Klassenuntypische Extras. Für den Antrieb stehen zum Marktstart die zwei bekannten 1,0-Liter-Turbobenziner mit 66 kW/90 PS und 85 kW/115 PS zur Wahl, letzterer aber nun ohne Mildhybridtechnik. Später soll ein Vollhybrid als Top-Motorisierung das Angebot abrunden. Die Markteinführung dürfte im Frühjahr 2027 zu Preisen knapp unterhalb von 25.000 Euro erfolgen. Zusätzlich soll die Neuauflage des Tucson erstmals in Europa öffentlich gezeigt werden.

Renault stellt eine Konzeptstudie für einen Familienvan vor und kündigte eine neue E-Autoplattform an. Zu sehen ist zudem das bereits vorgestellte Renault 8 Gordini Concept. Die Premium-Tochter Alpine gibt einen Ausblick auf die elektrische Neuauflage des Sportwagens A110.

Umfangreiches Programm der Stellantis-Marken

Besonders umfangreich fällt das Programm des Stellantis-Konzerns aus. Lancia präsentiert den neuen Gamma, der als großes Crossover-Modell die erneuerte Modellpalette der italienischen Marke krönen soll. Fiat bringt mit dem Grizzly und einer Fastback-Variante zwei neue SUV-Modelle nach Paris.

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Außerdem würdigt der Hersteller seinen einstigen Raumwunder-Van Multipla. Die Studie „Multiplay“ steht für eine Renaissance der Familienvans. Herzstück ist eine „Metamorfosi“ genannte Konstruktion rund um die C-Säule. Ein auf Schienen verschiebbares Heckmodul verwandelt den Familien-Sechssitzer mit wenigen Handgriffen in einen viersitzigen Pick-up mit offener Ladefläche, etwa für Fahrräder oder sperrige Sportausrüstung. Der Heckspoiler kann gedreht werden und dient dann als Träger für bis zu zwei Fahrräder. Ein konkretes Serienmodell kündigt der Multiplay ausdrücklich nicht an. Fiat versteht die Studie als Ideenlabor für künftige Modelle.

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DS und Opel geben Ausblick auf künftiges Design

Bei DS steht der neue N°7 im Mittelpunkt, ein luxuriös gestaltetes Kompakt-SUV, das es erstmals auch mit reinem E-Antrieb gibt. Begleitet wird es von der Studie „F3ver Concept“, die einen Ausblick auf die künftige Designsprache der französischen Premiummarke geben soll. Außerdem soll das Konzeptauto zeigen, dass man mit weniger Bauteilen auskommt: So verzichtet der F3ver auf Kunststoffverkleidungen an Radläufen und Schwellern und setzt auf einteilige Stoßfänger. Das spare Gewicht, verbessere die Aerodynamik und erhöhe die Qualitätsanmutung.

Auch Opel nutzt die Messe für einen Blick nach vorn. Mit dem „STX Concept“ zeigen die Rüsselsheimer einen elektrischen Kombi. Der knapp 4,70 Meter lange STX (Sports Tourer Experimental) hat laut Designteam einen Radstand von annähernd drei Meter. Dazu kommen ein kurzer Frontüberhang, eine lange Haube, weit ausgestellte Radhäuser und ein weit nach hinten gezogenes Dach. Auf Bildern wirkt die Studie dadurch größer, als sie tatsächlich ist. Einzelne Designelemente sollen allmählich in Serienmodelle einziehen, auch in SUV. Welche Baureihe damit beginnt und wann sie kommt, bleibt offen.

Außerdem wird die sportliche GSE-Variante des Kleinwagens Corsa erstmals auf einer internationalen Automesse gezeigt. Peugeot stellt diesem das Schwestermodell 208 GTi zur Seite.

Peugeot zeigt neuen RCZ

Der „RCZ Vision“, so der offizielle Name der Studie, bildet eine Hommage an das Original, nur deutlich klarer und reduzierter im Design und natürlich vollelektrisch angetrieben. Die E-Maschine leistet 368 kW. Was sofort auffällt: Der RCZ Vision ist kein evolutionär weiterentwickeltes Modell der alten Version, sondern eine komplett neue Interpretation, schlank und gleichzeitig muskulös und stimmig in den Proportionen. Lediglich das ikonische Bubble Roof schlägt noch eine Designbrücke zum ehemaligen Verbrenner-RCZ.

Ob der Vision in ein, zwei Jahren aber wirklich wieder ein käuflicher Sportwagen folgt, will Peugeot-Chef Alain Favey nicht verraten. Wir tippen mal auf ein „Ja“. Schließlich würde neue RCZ der Marke einen nicht unerheblichen Image-Schub verpassen.

Mit einer weiteren Weltpremiere feiert der OEM das 40. Jubiläum des Doppelsiegs des 205 T16 in der Rallye-Weltmeisterschaft. Der E-T16 Concept transferiert das Erfolgsmodell in das Elektrozeitalter, schreibt Peugeot. Es sei ein „ultimativer Ausblick auf den nächsten Peugeot E-208“.

Leapmotor bringt weitere Modelle nach Europa

Eine zunehmend wichtige Rolle spielen chinesische Hersteller. Leapmotor präsentiert den elektrischen Kleinwagen B03 erstmals in Europa. Hinzu kommt das große SUV D19, das als neues Flaggschiff der Marke positioniert wird. Auch andere in Europa bereits etablierte Marken wie BYD, Maxus, Xpeng oder Lynk & Co zeigen sich an der Seine. Hinzu kommen noch relative Newcomer wie Zeekr, Li Auto, Chery und Changan.

Mercedes-Benz kehrt nach mehrjähriger Pause auf den Pariser Salon zurück und nutzt die Messe vor allem als Schaufenster seiner aktuellen Produktoffensive. Zu den Messepremieren zählen das neue Elektro-SUV GLA und die sportliche Limousine AMG CLA 45. Eine richtige Weltpremiere ist bislang nicht angekündigt. Auch bei VW gibt es mit dem ID Polo einen Messe-Debütanten, der zwar interessant ist, aber bereits präsentiert wurde. Noch zurückhaltender sind die japanischen Hersteller, die der Messe größtenteils ganz fernbleiben.