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Objekte der Begierde
Bisher macht das Segment der Premium-Hersteller nur 0,5 Prozent des Automarkts aus, in den Nachbarländern bereits 1 Prozent. In Deutschland betrug zum Vergleich allein in der Oberen Mittelklasse die Durchdringung im Jahr 2012 5,2 Prozent des gesamten Automarkts. Im ersten Halbjahr 2013 stieg der Verkauf von Oberklassefahrzeugen in Brasilien um 10 Prozent mehr im Vergleich zum gesamten Automarkt, inklusive der Luxusmarken Jaguar, Lexus und Porsche sogar 16 Prozent mehr als der Markt, mit einer Steigerungsrate zum Vorjahressemester von 39,5 Prozent (nach Berechnungen von www.autoinforme.com.br). Grund dafür waren die genannten Steuersenkungen für Importautos, die nicht in die erhöhte Industrie-Produktionssteuer fallen. Im Ganzen wurden 26.145 Fahrzeuge der Marken Audi, BMW, Land Rover, Volvo und Mercedes-Benz zugelassen. Letztere konnten ihre Verkäufe mit 7.500 Einheiten um 30,5 Prozent steigern, BMW sogar um 67 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Image sells“, deutsche Hersteller punkten
Die deutschen Premium-Fahrzeuge tragen Expertenaussagen zufolge den gesteigerten Bedürfnissen der Brasilianer Rechnung – Ausstattung und Style liegt auf der Prioritätenskala weit oben. Das wollen die Deutschen nutzen (siehe auch Interview „Die C-Klasse ist das Traumauto des Brasilianers“, mit Joachim Maier, Mercedes-Benz do Brasil). Mercedes, bis jetzt in Brasilien bereits auf dem Omnibus-Markt mit einem Anteil von rund 50 Prozent Marktführer, plant mit einer Investition von 170 Millionen Euro 2016 die neue C-Klasse und den SUV GLA in Iracemápolis, 160 Kilometer entfernt von São Paulo, zu fertigen. 20.000 Einheiten pro Jahr sind geplant. BMW, in Brasilien mit einem Motorradwerk in Manaus im Amazonas sowie einem starken Vertriebsnetz für den Mini vertreten, will in dem neuen Montagewerk in Santa Catarina zirka 30.000 Einheiten produzieren. Als Erstes soll der BMW X1 ausgeliefert werden, die Investitionen belaufen sich zunächst auf 200 Millionen Euro.
Audi wird mit 165 Millionen Euro die Fertigung in Brasilien hochfahren. Im Jahr 2015 soll die Produktion unter dem Dach des VW-Werkes in Curitiba im Bundesstaat Paraná in Südbrasilien mit A3-Modellen sowie mit dem Q3 starten. Seit 2005 sind die Ingolstädter mit eigenen Vertriebsgesellschaften präsent, die über 30 Standorte verfügt.
Ehrgeizige Ziele des brasilianischen Branchenverbands
Für den Präsidenten des brasilianischen Automobilherstellerverband Anfavea Luiz Moan Yabiku wird das Förderprogramm Inovar-Auto, das neben der lokalen Wertschöpfung starke Anreize an Innovation und Energieeffizienz stellt, „Brasiliens Automobilindustrie auf ein technologisches Level führen, mit dem es sich 2018 dem internationalen Wettbewerb stellen kann“. Selbst ein Ziel für den Export wurde bereits formuliert: Eine Million Fahrzeuge im Jahr 2020 gegenüber prognostizierten 420.000 im Jahr 2013.“
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