Management Polestar bekommt neuen Chef

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

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Thomas Ingenlath ist als Polestar-Chef zurückgetreten. Auf ihn folgt ein Bekannter in der Branche.

Michael Lohscheller ist ab Oktober 2024 Polestar-Chef.(Bild:  Polestar)
Michael Lohscheller ist ab Oktober 2024 Polestar-Chef.
(Bild: Polestar)

Michael Lohscheller ist ab Oktober CEO von Polestar. Das hat der Autohersteller mitgeteilt. Thomas Ingenlath, seit der Gründung der Marke Chef, ist mit Wirkung zum 1. Oktober 2024 zurückgetreten. „Ich bin sehr stolz auf das, was wir in den letzten sieben Jahren gemeinsam erreicht haben“, sagte er laut einer Mitteilung des Autoherstellers, und verwies auf den Umbau der ehemaligen Tuning-Marke von Volvo zu einer eigenständigen Elektroauto-Marke. „Ich wünsche Michael und dem Team alles Gute für das nächste Kapitel von Polestar.“

Thomas Ingenlath ist als CEO der E-Automarke Polestar zurückgetreten.(Bild:  Polestar)
Thomas Ingenlath ist als CEO der E-Automarke Polestar zurückgetreten.
(Bild: Polestar)

Winfried Vahland, künftiger Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, dankte Thomas Ingenlath für seine Arbeit und Führung. Michael Lohscheller war zuvor CEO von Opel, Vinfast und Nikola. Vahland betonte dessen Branchenkenntnisse und verwies auf das geplante Wachstum der E-Auto-Marke. „Geely bleibt dem Erfolg von Polestar zutiefst verpflichtet und mit Michael an der Spitze, unterstützt von einem dynamischen Führungsteam, sind wir für weitere Innovation und Wachstum gut aufgestellt“, ergänzte Winfried Vahland.

Vor einer Woche hatte Polestar erst einen neuen Design-Chef verkündet. Philipp Römers leitete bei Audi das Exterieur-Design und folgt auf Maximilian Missoni. Missoni war sechs Jahre bei Polestar und verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

Schwierige Bilanz 2023

Anfang Mai hatte Thomas Ingenlath in einer Videobotschaft unter anderem „bestimmte Fehler“ in den Finanzberichten der Jahre 2021 und 2022 eingeräumt. Deshalb konnte der Autohersteller die Bilanz für 2023 nicht rechtzeitig der US-Börsenaufsicht vorlegen. Die Bilanz fiel negativ aus: Polestar verbuchte im Jahr 2023 einen Verlust von mehr als 1,1 Milliarden US-Dollar. Im Vorjahr waren es gut 480 Millionen Dollar Verlust.

Die Umsätze blieben annähernd gleich und gingen zwischen 2022 und 2023 um drei Prozent auf knapp 2,4 Milliarden US-Dollar zurück. Im gleichen Zeitraum lieferte Polestar sechs Prozent mehr Fahrzeuge aus, insgesamt über 54.000 Elektroautos. Gründe für die Entwicklung waren laut Polestar höhere Lagerbestände und der Verkauf von Fahrzeugen mit höheren Rabatten.

Weniger verkaufte Emissionsgutschriften und höhere Kosten bei Materialien und Dienstleistungen wirkten sich demnach ebenfalls negativ auf die Bilanz aus. Investitionen in die Entwicklung der Modelle Polestar 2, 3 und 4 trugen ebenfalls ihren Teil bei.

Im November 2023 hatte der Autohersteller einen neuen Geschäftsplan vorgelegt. Teile davon wiesen eine veränderte Größe und Geschäftstätigkeit aus. Resultierend hatte Polestar im Januar mitgeteilt, weltweit 450 von insgesamt rund 3.000 Stellen abzubauen.

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