Aggressiveres Design, digitales Cockpit, Vollhybrid-Antrieb: Renault schickt die sechste Clio-Generation ins Rennen. Doch es gibt einen Haken.
Der neue Clio sieht markanter aus als sein Vorgänger.
(Bild: Renault)
Kräftige Brüche beim Design kennzeichneten schon mehrere frühere Clio-Modellwechsel. Das ist bei Generation 6.0 nicht anders. Nicht nur, dass der Franzose bei Länge und Breite um mehrere Zentimeter zugelegt hat. Er schaut auch ganz anders als zuvor aus seinen LED-Scheinwerfern: Eher ein bisschen knurrig-verbissen als entspannt-freundlich. Die komplette Front wirkt aber auch athletischer, aggressiver. Mal schauen, was Käuferinnen von diesem neuen Look halten.
Die Basis namens Evolution kommt mit einem 7-Zoll-Zentraldisplay und einem 10-Zoll-Touchscreen angefahren, bei den Versionen Techno und Esprit Alpine sind die zwei Bildschirme je zehn Zoll groß. Der zentrale Bildschirm ist dabei leicht zum Menschen am Lenkrad ausgerichtet. Dazu kommt das bei Renault Open-R-Link genannte Infotainmentsystem mit integrierten Google Services, also mit „Maps“, der Sprachsteuerung „Assistant“ und „Play“ mit Zugriff auf mehr als 100 Apps. Die ersten drei Jahre sind drei Gigabyte Datenvolumen pro Monat gratis. Für den guten Ton ist ein Arkamys-Soundsystem zuständig.
Hybrid-Motor als Hauptantrieb, Benziner folgt später
Das Antriebsportfolio ist übersichtlich: Anfang des Jahres kommt der Clio allein mit dem „Full Hybrid E-Tech“ mit einer Systemleistung von 116 kW/158 PS. Hier arbeitet ein 1,8 Liter großer Vierzylinder-Benziner mit einem 36 kW starken E-Motor und einem Startergenerator zusammen, der noch mal 15 kW zuliefert. Im Frühjahr folgt ein klassischer Dreizylinder-Benziner mit 1,2 Litern Hubraum und 84 kW/115 PS, der mit Handschalter und mit Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe zu haben ist.
Weil die Hybrid-Batterie leicht um 0,2 auf jetzt 1,4 kWh gewachsen ist, lassen sich mit diesem Arrangement gerade innerstädtisch längere Strecken fast ohne Benzinverbrauch schaffen. Einen zarten Gasfuß vorausgesetzt. Wer zu stark aufs rechte Pedal tritt, bekommt sofort den Verbrenner zu hören. Auch beim forcierten Start bleibt die Geräuschkulisse zwar gedämpft, aber die Töne treffen nicht unbedingt jedermanns Geschmack. Einzig vernünftige Reaktion in diesem Fall: Vorsichtig mit dem Gaspedal agieren, das spart auch noch deutlich Sprit.
Dass dabei im Hintergrund, moduliert durch das Multi-Mode-Getriebe mit vier Übersetzungen für den Verbrenner und zwei für das E-Aggregat, eine höchst anspruchsvolle Vorstellung abläuft, bekommen die Fahrenden fast nicht mit. Kurz gesagt geht es darum, weitestgehend ohne Komforteinbußen oder akustische Zumutungen volle 15 Kombinationen aus rein elektrischer, hybrider und konventioneller Fortbewegung zu choreografieren.
Aktiviert der Fahrer per Multi-Sense-Knopf auf dem Lenkrad die neue Funktion namens Smart Mode, schaltet der Bordrechner auf Basis einer Vielzahl von Faktoren automatisch auf den passenden Fahrmodus: Eco, Comfort oder Sport. Das klappt in der Praxis richtig gut und sorgt für blitzschnellen Wechsel zwischen spritsparendem Schongangfahren und doch recht dynamischen Zwischensprints. In unserem Fall kam auf einer gemischten 130-Kilometer-Strecke aus Stadtverkehr, Autobahn und Landstraße ein Durchschnittsverbrauch von gerade mal 4,3 Litern pro 100 Kilometer zusammen. Das ist gut.
Der Fahrkomfort im neuen Clio entspricht den Erwartungen an einen modernen Kleinwagen. Das Fahrwerk ist gut abgestimmt und filtert Straßenunebenheiten ordentlich weg, bei kräftigen Asphaltschäden wird es auch mal ein bisschen rauer. Unter dem Schutzschirm von bis zu 29 Assistenzsystemen, neun mehr als noch bei Generation fünf, ist man zudem sicher unterwegs. Und ja: Auch im neuen Clio lässt sich lästiges Bimmeln und Klingeln recht leicht per Knopfdruck abstellen. Die Kurven-Performance und die Geradeauslauf-Eigenschaften des gar nicht mehr so kleinen Franzosen geben keinen Anlass zur Kritik, ebenso wie das Lenkgefühl.
Komfortable Platzverhältnisse vorne
In Reihe eins sitzen Menschen mit Durchschnittsstatur recht luftig, die Sitze geben ordentlichen Seitenhalt und sind gut gepolstert. Eher eng wird es in Reihe zwei, aber auch dort können es zwei Durchschnittsgestalten eine Zeitlang aushalten. Das Kofferraumvolumen ist leicht gewachsen, in den Benziner passen 320 bis 1.170 Liter, in die Hybrid-Version 300 bis 1.100 Liter. Auffallend ist die hohe innere Ladekante. Zum Herauswuchten von schwerem Transportgut ist ein erheblicher Krafteinsatz nötig.
Die Bedienung des Clio funktioniert durch das Google-System fast wie zuhause am Tablet – ist also recht einfach zu bewältigen. In der Basis sind neben diversen Assistenten unter anderem die Klimaanlage und eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung enthalten. Die mittlere Version Techno bietet außer den beiden 10-Zoll-Bildschirmen beispielsweise noch den Fernlichtassistenten, schlüssellosen Zugang, eine Klimaautomatik und eine Rückfahrkamera. Beim Esprit Alpine sind statt der 16-Zöller wie bei Evolution und Techno 18-Zöller montiert. Neben optischen Feinheiten und einer Alcantara-Ausstattung ist auch ein üppiges Assistenten-Aufgebot am Start. Plus eine induktive Smartphone-Aufladefläche. Dazu gibt es für alle drei Varianten diverse Ausstattungspakete. Bei der Basis lassen sich etwa für 550 Euro Keycard Handsfree, elektrisch betätigte und anklappbare Außenspiegel, eine Mittelarmlehne, der Regensensor und der Fernlichtassistent dazu buchen.
Stand: 08.12.2025
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Hohe Preise trotz interessanter Hybrid-Technik
Dann klappt es aber nicht mehr mit der psychologisch so wichtigen Eins vorne auf dem Preisschild. Der nackte Evolutions-Clio kostet als Benziner mit Handschalter exakt 19.900 Euro, mit Doppelkupplungsgetriebe sind es schon gut 21.000 Euro. Der Basis-Vollhybrid ist ab 24.000 Euro zu haben, die teuerste Version ist der Esprit-Alpine-Hybrid für deutlich über 27.000 Euro.
Fazit: Der neue Clio ist ein gut gemachter, moderner Kleinwagen. Er ist als Angebot für alle Kleinwagenfahrer gedacht, die noch nicht für die Elektro-Angebote R4 und R5 aus dem Hause Renault bereit sind. Der aufwendige Vollhybrid ermöglicht zumindest einen sanften Einstieg in die Strom-Mobilität. Allerdings macht er den Clio auch ganz schön teuer.