Modellpflege Elektro-Evolution für den Renault Mégane

Von Michael Specht/SP-X 3 min Lesedauer

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Vier Jahre nach dem Debüt spendiert Renault dem Kompakt-Crossover eine größere Modellpflege. Mit mehr Präsenz, mehr Reichweite, schnellerem Laden und einem modernen Multimediasystem soll es der Konkurrenz trotzen.

Die überarbeitete Version des Mégane hinterlässt einen guten Eindruck(Bild:  Thomas Cortesi)
Die überarbeitete Version des Mégane hinterlässt einen guten Eindruck
(Bild: Thomas Cortesi)

Im Portfolio von Renault war im Jahr 2021 der Mégane so etwas wie das Startmodell in eine neue Ära der Elektromobilität. Im Jahresrhythmus folgten dem 4,20 Meter langen Kompaktstromer und direkten Konkurrenten zum VW ID 3 der Scénic, der R5, der R4 und der Twingo. Die elektrische Angebotspalette der Franzosen reicht vom Kleinwagen bis zum Mittelklasse-SUV.

Bei seinem Debüt überzeugte der Mégane durch sein knackiges Design, den guten Proportionen, der großen Reichweite, den angenehmen Fahreigenschaften und der sehr modernen Konnektivität auf Google-Basis. Kunden honorierten all diese Merkmale. Bis heute konnte Renault weit über 100.000 Mégane E-Tech Electric, so der offizielle und etwas umständliche Name, absetzen. Zwei Drittel waren Neueinsteiger in Sachen Elektroantrieb. Etwa einen von sechs Kunden konnte Renault von Premium-Marken holen.

Günstigere Batterie, mehr Reichweite

Recht zuversichtlich ist man in der Pariser Konzernzentrale, dass es so weiterlaufen wird. Aus gutem Grund: Denn auch die überarbeitete Version des Mégane hinterlässt einen guten Eindruck. Sie wird ab Juli bestellbar sein. Zu den Händlern rollen die ersten Exemplare dann mit Herbst. Preise gibt Renault allerdings erst im Juli bekannt. Derzeit startet der aktuelle Mégane bei 41.000 Euro.

Ob es beim Neuen zu einem preisreduzierten Angebot kommt, darüber lässt sich nur spekulieren. Es könnte aber durchaus sein, denn künftig sitzt im Boden des Mégane eine Lithium-Eisen-Phosphat-Batterie (LFP). Sie ist deutlich günstiger als die bisherige mit Nickel-Kobalt-Mangan-Chemie (NCM). Jetzt hängt es davon ab, ob Renault diesen Preisvorteil auch an die Kunden weiterreicht.

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Ein frisches Gesicht für den Mégane

Gleichzeitig konnten die Entwickler durch die sogenannte Cell-to-Pack-Technik die Kapazität erhöhen, von 60 auf 67 kWh. Damit lassen sich im Mégane im Bestfall jetzt 500 Kilometer am Stück zurücklegen, 30 mehr als zuvor. Zudem erlaubt die LFP-Zellchemie ein schnelleres Laden. An einer DC-Säule kann jetzt mit 165 kW Leistung (+35 kW) geladen werden; von 15 auf 80 Prozent verspricht Renault nur 24 Minuten, ein Zeitgewinn von 25 Prozent gegenüber dem heutigen Modell. All dies verbessert den Reisekomfort.

Wie meist üblich bei Facelifts lassen die Designer das Karosserieblech in Ruhe (würde zu hohe Werkzeugkosten erfordern) und ändern lediglich die Anbauteile an Front und Heck. Auffälligstes Merkmal vorne sind die neuen Tagfahrlichter aus jeweils zweimal vier kleinen LED-Rauten. Der Grill mit angedeutetem Rauten-Muster ist nun komplett geschlossen. Hinten erhielten die Leuchten ein anderes Innenleben in 3D-Animation. Insgesamt wirkt der neue Mégane, als stünde er solider und breiter auf der Straße.

Hinter dem Lenkrad blieb alles beim Alten, zumindest, was die Hardware anbelangt. Softwaremäßig macht der Mégane dagegen einen riesigen Sprung und dürfte damit die modernste Konnektivität im Segment haben. Schon beim Debüt galt das „Open R Link“ als bestes Multimedia-System in der Klasse, erst recht in Verbindung mit Google-Funktionen wie Maps und Assistant. Letzteres wird durch den Sprachassistenten Gemini (Künstliche Intelligenz) ersetzt. Er soll neue Maßstäbe in der intuitiven und vernetzten Sprachsteuerung setzen. Zudem kann der Kunde aus einem riesigen Angebot an Apps wählen. Mittlerweile sind es über 100 Anwendungen.

Made in Europa

Im Zuge der Modellüberarbeitung hat Renault gleichzeitig das Angebotsprogramm des Mégane gestrafft und übersichtlicher gestaltet. Es gibt einen Antrieb (160 kW), eine Batteriegröße (67 kWh) und lediglich die beiden Ausstattungsvarianten Techno und Esprit Alpine.

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Hergestellt werden der Mégane E-Tech Electric und die neuen LFP-Batterien in Nordfrankreich in Werk Douai, die Elektromotoren – sie kommen ohne Seltene Erden aus – entstehen in Cléon in der Normandie. Renault zeigt damit, dass es durchaus noch möglich ist, konkurrenzfähige Produkte in Europa für Europa zu entwickeln und zu bauen.

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