E-Mobilität Der Strom kommt aus der Bordsteinkante

Von Andreas Grimm 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Das Laden im öffentlichen Raum ist ein Kernproblem der E-Mobilität. Wohin mit den Ladestationen oder den Ladekabeln? In Köln testet ein Pilotprojekt nun einen neuen Ansatz.

Rheinmetall, die Stadt Köln und Tank-E haben ihr Pilotprojekt für Ladebordsteine im öffentlichen Raum gestartet.(Bild:  Rheinmetall)
Rheinmetall, die Stadt Köln und Tank-E haben ihr Pilotprojekt für Ladebordsteine im öffentlichen Raum gestartet.
(Bild: Rheinmetall)

Gemeinsam haben der Industriekonzern Rheinmetall, der Ladeinfrastruktur-Spezialist Tank-E und die Stadt Köln ein Pilotprojekt gestartet, das einen neuen Ansatz in der Ladeinfrastruktur auf Akzeptanz sowie die städtebaulichen und gestalterischen Vorteile hin untersuchen will. Kernelement sind von Rheinmetall entwickelte Ladebordsteine. Nachdem die Partner im Mai des vergangenen Jahres eine entsprechende Absichtserklärung unterschrieben haben, startete das Projekt nun an zwei Standorten im Stadtgebiet. Dort sind die Ladebordsteine im Realbetrieb freigeschaltet.

Klimawandel und Klimaschutz, Mobilität, Bevölkerungswachstum, wirtschaftlicher Wandel und Digitalisierung stellen Köln als viertgrößte Stadt Deutschlands in den kommenden Jahren vor vielfältige Herausforderungen einer wachsenden Metropole. Diesen Prozess will die Stadt aktiv gestalten und frühzeitig Konzepte zu ihrer Bewältigung entwickeln. Die Ladeinfrastruktur nimmt aus ihrer Sicht eine Schlüsselrolle bei der Mobilitätswende hin zur Elektromobilität ein.

Installation dort, wo Ladesäulen nicht möglich sind

Die Integration des Elektronikmoduls in einen Bordstein nutzt laut Rheinmetall die vorhandene Infrastruktur und ermöglicht die Installation auch dort, wo normalerweise keine Ladesäule gestellt werden könnte. Denn vielfach müssen Gehwegbreiten, Sichtachsen und Versorgungsleitungen im Gehweg sowie baudenkmalrechtliche Fragestellungen bei der Planung und Umsetzung berücksichtigt werden. Das macht Standorte häufig unmöglich oder aus Kostengründen unattraktiv.

Die Ladebordsteine, die sich fast unsichtbar in das Straßenbild einfügen, könnten nun helfen, ein großes Problem der Transformation hin zu mehr E-Mobilität auf breiter Basis zu lösen, ist sich Christoph Müller, Divisionsleiter Power Systems, sicher: „Ladeinfrastruktur muss für alle flächendeckend, unkompliziert und zuverlässig zur Verfügung stehen.“ Mit den Ladebordsteinen könnten öffentliche Ladepunkte schnell, flexibel skalierbar und kostengünstig installiert werden.

Komplette Straßenzüge oder Parkplätze für Ladebordsteine

Technisch geben die modularen Ladebordsteine bis zu 22 kW Ladeleistung ab. Per Open Charge Point Protocol (OCPP) können sie in bestehende Backend-Systeme bzw. bereits vorhandene Ladesystemstrukturen integriert werden. Es sei möglich komplette Straßenzüge oder Parkplätze für die Integration von Ladebordsteinen vorzubereiten – später könnte außerdem skaliert werden, heißt es von Rheinmetall. Das Elektronikmodul werde dann nachgerüstet, sobald der lokale Bedarf durch eine höhere Zahl an E-Fahrzeugen gegeben ist.

Hintergrund ist das Ziel der Bundesregierung, im Jahr 2030 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen zu haben. Dafür müssen deutlich mehr Personen auch ohne eigene Stell- und Lademöglichkeit auf E-Autos umsteigen. Bis zum Jahr 2030 wird daher der Bedarf an öffentlicher Ladeinfrastruktur in Deutschland auf circa eine Million Ladepunkte beziffert. Das lässt sich mit dem Aufstellen klassischer Ladesäulen gerade in städtischen Lagen wegen des Platzbedarfs nur schwer bis gar nicht realisieren.

(ID:50031233)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung